Sport : Zum Erfolg geredet

Wolfsburg bezwingt harmlose Stuttgarter 2:0

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Torwart am Boden, Ball im Netz. Edin Dzeko (links) bejubelt Wolfsburgs Führungstreffer gegen Stuttgart. Foto: dpa
Torwart am Boden, Ball im Netz. Edin Dzeko (links) bejubelt Wolfsburgs Führungstreffer gegen Stuttgart. Foto: dpaFoto: dpa

Ihr langes Transparent mit der Botschaft „Gas geben und kämpfen für unseren Verein“ hatten die Wolfsburger Fans schnell wieder eingerollt. „Wir hatten ein paar Probleme im Team. Jetzt nicht mehr“, sagte Simon Kjaer und lächelte. Ein frühes Kopfballtor des Dänen, das vom Schiedsrichter aber dem Bosnier Edin Dzeko zugeschrieben wurde, ebnete dem VfL Wolfsburg den Weg zu einem 2:0- (1:0-)Heimsieg gegen den VfB Stuttgart.

Dass der Erfolg höher hätte ausfallen können, mochten die harmlosen Schwaben nicht wahrhaben. „Dieses Spiel muss man nicht verlieren. Aber bei den Standards hatten wir Probleme“, sagte Jens Keller, der als neuer Trainer des VfB Stuttgart seine erste Niederlage hinnehmen musste. Sein Wolfsburger Pendant sah das anders. „Das war eine gute Performance von uns. Am wichtigsten war mir die weiße Weste“, sagte Steve McClaren, der sich über ein VfL-Spiel ohne Gegentor freute. Der Engländer war zuletzt durch den missratenen Saisonstart unter Druck geraten. Der vierte Saisonsieg trägt nun zur Beruhigung bei.

Die Wolfsburger hatten sich auf ihr Heimspiel vor 29 043 Zuschauern mehr mit Worten als mit Torschüssen vorbereitet. Mehr als zwei Stunden hatte am Donnerstag eine kabineninterne Sitzung gedauert, in der McClaren mithilfe von Videos und Diskussion Fehler abstellen wollte. Seinen Assistenten Achim Sarstedt hatte der Brite gestern auf die Tribüne beordert, um einen ungeschminkten Blick auf die Dinge zu erhalten. Was sein Zuarbeiter weitab von der Trainerbank zu sehen bekam, war eine einsatzfreudige VfL-Mannschaft, die so manche Schwäche im Spielaufbau durch ein beherztes Stören des Gegners ausglich. Wann immer ein Stuttgarter versuchte, sich mit dem Ball in Szene zu setzen, sah er sich sofort mindestens drei lauffreudigen Herren in Weiß und Grün gegenüber. Das Pressing, das McClaren immer wieder einfordert, klappte diesmal bestens.

Was der Begegnung fehlte, war eine Prise Spielwitz oder Genialität. Die stark ersatzgeschwächten Stuttgarter konnten damit nicht dienen. Cacau als einziger Stürmer musste sich wegen mangelnder Zuarbeit fehl am Platz gefühlt haben. Auf der Gegenseite war wie so häufig Diego für die pfiffigen Momente zuständig. Der Brasilianer hatte zwar nicht seinen allerbesten Tag erwischt. Aber als Meister des ruhenden Balles sorgte er bei jeder Standardsituation für Torgefahr; beide Wolfsburger Treffer bereitete er mit einem Eckball vor.

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