Sport : Zum Korb getragen

Alba lernt aus Fehlern und besiegt Oldenburg 83:77

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Die Schiedsrichter mussten David Dixon erst auf seine Verletzung aufmerksam machen. Der Center des Basketball-Bundesligisten Baskets Oldenburg wurde wegen einer offenen Wunde unter dem Auge außerhalb des Feldes behandelt, konnte später aber wieder eingreifen. Den Schmerz hatte der 27-Jährige im Eifer des Play-off-Spiels offenbar nicht gespürt – die dritte Begegnung zwischen Alba Berlin und Oldenburg war hart umkämpft und bis zum Ende spannend. Im dritten Viertelfinale der nach dem Modus „Best of five“ ausgespielten Serie gewannen die Berliner vor 6719 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle 83:77 (42:44). Damit steht es nach Siegen 2:1 für Alba.

Die Berliner begannen das Spiel sowohl in der Defensive als auch in der Offensive sehr intensiv. Oldenburg hielt dagegen, weshalb die Begegnung zunächst etwas zerfahren war. Bereits nach 13 Minuten hatte Albas Center Jovo Stanojevic drei Fouls begangen, nach fünf Vergehen wird ein Spieler des Feldes verwiesen. Am Dienstag hatte Alba in Oldenburg unter anderem wegen zu vielen Fouls verloren. Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Berliner dieses Problem gestern jedoch besser in den Griff.

Auch mit einer anderen Unzulänglichkeit wusste Alba besser umzugehen als vor fünf Tagen: Weil die Berliner wieder viele Würfe aus größerer Distanz nicht trafen (die Trefferquote von 22 Prozent ist Saison-Minusrekord), spielten sie den Ball in Korbnähe oder trugen ihn dorthin. „Da hat die Mannschaft deutlich schlauer und besser gespielt“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. Die guten Würfe von Dreierspezialist Mike Penberthy fehlten den Berlinern erneut. Zwar wurde der 31-Jährige drei Wochen nach seiner Leistenoperation erstmals wieder eingesetzt, konnte in sieben Minuten auf dem Feld aber keine Akzente setzen.

Albas Flügelspieler Demond Greene vermochte Penberthy besser zu ersetzen als noch am Dienstag. Der mit 21 Punkten beste Berliner Werfer variierte immer wieder zwischen Dreipunktewürfen und Korblegern. Zu Beginn des zweiten Viertels traf Greene zuerst aus der Distanz, im folgenden Angriff schloss er einen Zug zum Korb zum 31:24 für die Berliner ab. Das Spiel wurde ruhiger, Alba verteidigte nicht mehr besonders aggressiv. Deshalb holten die Oldenburger kontinuierlich auf – und gingen kurz vor der Halbzeit durch Desmond Penigar sogar in Führung: 44:42.

In der Kabine forderte Trainer Rödl „Emotionen von der Mannschaft“. Sie setzte es um. Quadre Lollis traf zum 45:44 – und Oldenburg ging bis zur Schlusssirene kein einziges Mal mehr in Führung. Spannend wurde es trotzdem noch, weil Kristaps Valters eine Minute und dreißig Sekunden vor dem Ende auf 73:75 verkürzte. Im Gegenangriff wurde Jovo Stanojevic unter dem Korb gefoult, traf jedoch nur einen seiner beiden Freiwürfe. 76:73. Dann schnappte Albas Nenad Canak den Oldenburgern den Ball weg – die Zuschauer sprangen auf und brüllten, „Alba, Alba“. Der Lärmpegel steigerte sich noch einmal, als Spielmacher Hollis Price durch die Verteidigung der Baskets spurtete, im Fallen zum 78:73 traf und dabei gefoult wurde. Den folgenden Freiwurf verwandelte der 26-Jährige, der lange nicht ins Spiel gefunden hatte. In der spielentscheidenden Situation übernahm er dennoch wie gewohnt die Verantwortung.

Am Dienstag findet in Oldenburg das vierte Viertelfinalspiel statt. „Diese Serie ist noch nicht zu Ende“, sagte Henrik Rödl. „Ich glaube, es wird weiter so intensiv bleiben.“ Sein Gegenüber Don Beck hofft, dass sein Team gewinnt und ein Endspiel am Donnerstag um den Einzug ins Halbfinale erzwingen kann: „Das erste Spiel in Berlin haben wir mit zehn Punkten Abstand verloren, das zweite mit sechs, folglich könnten wird ein drittes gewinnen, wenn wir uns weiter steigern.“

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