Sport : ZUM SAISONABSCHLUSS GEGEN DEN MSV DUISBURG: Hertha BSC bleibt in der Lernphase

KARSTEN DONECK

Manager Hoeneß bilanziert aber auch: "Wir können mit den Besten der Liga mithalten"VON KARSTEN DONECK BERLIN.Dieter Hoeneß zog Bilanz.Und die fiel durchaus zu seiner Zufriedenheit aus."Wir haben", sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC unlängst, "in dieser Saison die ersten Fünf der Bundesliga alle einmal geschlagen.Damit haben wir bewiesen, daß wir selbst mit den besten Mannschaften der Liga mithalten können." Aber denen Paroli zu bieten, die um Meisterschaft und UEFA-Pokal-Teilnahme kämpfen, ist halt nur ein Teil des Bundesliga-Daseins.Die Kehrseite der Medaille blieb auch Dieter Hoeneß keineswegs verborgen."Wir müssen noch lernen, gegen gleichwertige Gegner das Spiel auch mal zu diktieren", verlangt er.Dieser Lernprozeß könnte heute (15.30 Uhr) bereits beginnen, wenn zum letzten Saisonspiel der MSV Duisburg im Berliner Olympiastadion gastiert.Die Duisburger bestreiten zwar eine Woche später an gleicher Stelle das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München, zählen aber als Tabellenelfter auch nicht zu gerade zu jenen Klubs, die einer inzwischen "gereiften" Hertha Angst und Schrecken einjagen müßten.Herthas Vorteil: Erstmals in dieser Saison kann die Elf um Kapitän Kjetil Rekdal befreit aufspielen.Der Druck, unbedingt punkten zu müssen, um der Abstiegsgefahr zu entrinnen, ist seit dem 1:0-Sieg in Leverkusen verschwunden.Doch auf die leichte Schulter dürfen die Hertha-Profis die Partie gegen Duisburg deshalb nicht nehmen.Trainer Jürgen Röber redete seinen Spielern eindringlich ins Gewissen."Wir stehen gegenüber den Fans, die uns während der Saison auch in ganz schwierigen Phasen unterstützt haben, in der Pflicht", hat er immer wieder betont.Gegen Duisburg werden noch einmal 50 000 bis 60 000 Zuschauer erwartet.Fest steht, daß Verteidiger Eyjölfur Sverrisson beim Saisonabschluß nur Zuschauer sein wird.Der isländische Nationalspieler hat zwar schon wieder mittrainiert, aber seine Beschwerden in der lädierten Schulter sind noch nicht vollends abgeklungen, ein Einsatz wäre deshalb ein zu großes Risiko.Auch Marc Arnold plagt sich mit einer Zerrung in der Bauchmuskulatur herum.Dick van Burik ist ebenfalls angeschlagen, Röber hofft aber, ihn dennoch neben Hendrik Herzog als Verteidiger einsetzen zu können.Es soll ja einige Nörgler geben, die meinen, Hertha hätte mit dem 29-Millionen-Mark-Etat und dem vorhandenen Kader mehr erreichen können, als bis zum vorletzten Spieltag um den Klassenerhalt zu bangen.Derlei Kritik stößt bei Hoeneß auf bares Unverständnis."Wir müssen wieder den Blick für die Realitäten schärfen", hält der Manager den Traumtänzern entgegen."Wir sind einfach noch nicht so gut, daß wir 50 Punkte oder mehr erreichen können."Gerne würde Hoeneß nach dem Abpfiff der Partie gegen Duisburg mal eine Pause machen, "einfach die Beine hochlegen und ein bißchen ausruhen", wie er sagt.Doch Gelegenheit dazu hat er nicht.Fünf bis sechs Wochen habe er noch zu tun, so Hoeneß.In dieser Zeitspanne will der Manager die für die nächste Saison benötigten Verstärkungen an Land ziehen.Namen geistern schon viele durch die Gerüchteküche.Von Roy Präger (Wolfsburg) über Dariusz Wosz (Bochum) bis hin zu Thomas Häßler (Karlsruher SC), von Toni Polster über Markus Münch (beide 1.FC Köln) bis hin zu Karlheinz Pflipsen (Gladbach).Wer am Ende wirklich bei Hertha BSC einen Vertrag unterschreibt, ist noch völlig offen.Hoeneß selbst hält sich da auch bedeckt."An Spekulationen beteilige ich mich nicht", sagt er bloß.

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