Zum Saisonauftakt auf der Bank : Peitz muss seinen Platz finden

In der abgelaufenen Saison war Dominic Peitz stark, vor wenigen Wochen durfte er sich noch Hoffnung auf das Kapitänsamt machen. Zum Saisonauftakt sitzt Peitz aber auf der Bank.

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In der abgelaufenen Saison zählte Dominic Peitz zu den Starken der Mannschaft.
In der abgelaufenen Saison zählte Dominic Peitz zu den Starken der Mannschaft.Foto: dpa

Berlin - Jubelnd riss Dominic Peitz seine Arme in die Luft: Schon wieder ein Treffer. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Union Berlin hatte sichtlich Spaß an dem Trainingsspiel und strahlte übers ganze Gesicht. Es gab nur einen Haken: Dominic Peitz und seine Kollegen spielten Basketball. Unions Trainer Uwe Neuhaus hatte ein morgendliches Hallentraining anberaumt und so seinen Spielern ein wenig Abwechslung im monotonen Trainingsalltag verschafft.

Auf dem Fußballplatz läuft es für Peitz dagegen weniger gut. Das heißt, wenn er das Feld denn überhaupt betreten darf. Beim Saisonauftakt gegen Alemannia Aachen saß Peitz 90 Minuten lang auf der Bank. Eine Woche zuvor, es war die erste Runde im DFB-Pokal, wurde er gegen Halle sehr spät eingewechselt. „Natürlich bin ich mit meiner persönlichen Situation unzufrieden“, sagt Peitz. „Aber ich muss akzeptieren, dass sich der Trainer erst einmal für andere Spieler entschieden hat.“ Die anderen, das sind Kapitän Torsten Mattuschka und sein Stellvertreter Macchambes Younga-Mouhani. Beide spielen als sogenannte Doppelsechs hinter dem offensiven Niederländer Santi Kolk. „Für Mac sprechen die Erfahrung und die Fähigkeit, Spielsituationen strategisch besser einordnen zu können“, erklärt Neuhaus seine Wahl. Im Falle von Torsten Mattuschka sagt er nur: „Er ist der Kapitän.“ Das muss reichen.

Union Berlin besitzt in dieser Spielzeit einen breiteren Kader als noch in der vergangenen Saison. Im Mittelfeld ist die Konkurrenzsituation am größten. Dominic Peitz dürfte das nur wenig trösten. In der abgelaufenen Serie zählte er zu den Leistungsträgern im Team von Uwe Neuhaus, sein Platz war unumstritten. Noch vor wenigen Wochen galt der 26-Jährige als einer derjenigen, die sich berechtigte Hoffnungen auf das Kapitänsamt machen durften. Nun ist Peitz ins zweite Glied gerutscht, doch er selbst sieht darin nur eine Momentaufnahme: „Ich werde mich weiter im Training anbieten und alles geben. Ich bin nicht der Typ, der sich beleidigt zurückzieht und dann einredet, wie unfair doch alles ist. Persönliche Schicksale spielen auch keine Rolle im Profifußball.“

Als Mitglied des Mannschaftsrat steht Peitz in der Verantwortung, langes Lamentieren über seine Rolle als Reservist „wäre da fehl am Platz“, wie er sagt. Das spricht für Peitz. Gegen ihn spricht, dass Uwe Neuhaus seine Mannschaft in diesem Jahr offensiver ausrichten will. Neuhaus sagt: „Dominic hat seine Stärken in der Defensive, im Aufbauspiel sind ihm aber zuletzt einige Fehler unterlaufen.“ Gut möglich, dass Dominic Peitz noch länger warten muss, ehe er auch abseits des Basketballfeldes wieder Erfolge feiern kann.

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