Sport : Zum Sieg gekämpft

Beim 4:3 über die Düsseldorfer EG müssen die Eisbären in die Verlängerung

Claus Vetter

Düsseldorf. Bewegt ging es gestern Abend auf den Tribünen des betagten Düsseldorfer Eisstadions an der Brehmstraße zu. Die Fans der Düsseldorfer EG schunkelten sich mit dem „Altbierlied“ auf das zweite Spiel in der Viertelfinalserie der Play-offs gegen die Berliner Eisbären ein, und die anwesenden Anhänger der Krefeld Pinguine wurden über die krächzenden Lautsprecher als „Eishockeyfrühurlauber“ begrüßt. Eine Anspielung darauf, dass der Meister der Vorsaison im Kampf um die deutsche Meisterschaft schon ausgeschieden ist. Die Delegation aus Krefeld war gekommen, um die Eisbären bei ihren Rivalen DEG zu unterstützen. Sie sollten ihre Freude daran haben, denn die Berliner siegten 4:3 (2:1, 0:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung. Die Berliner führen somit in der Play-off-Serie 2:0. Das plötzliche Ende eines unterhaltsamen Eishockeyabends mit Überlänge bereitete Kapitän Ricard Persson, der den Berliner Siegtreffer nach sechs Minuten vor Ende der 20-minütigen Verlängerung erzielte.

Das erste Spiel gegen Düsseldorf hatten die Eisbären 5:3 gewonnen – nach hartem Kampf. Auch gestern hatten die Berliner Probleme. Nur im ersten Drittel wirkten die Eisbären souverän, das frühe Führungstor der DEG durch Johan Molin irritierte sie nicht. David Roberts leitete zunächst einen sehenswerten Treffer durch Mark Beaufait ein, dann war er Vorlagengeber für das Führungstor durch Kelly Fairchild. Doch nach dem 2:1 gingen die Berliner mit ihren Torchancen recht schlampig um. Dazu kam, dass spätestens anfangs des Mittelabschnitts es bei den Eisbären viele mit der Disziplin nicht so genau nahmen – daraus resultierte eine 110 Sekunden lange 5:3- Überzahl für Düsseldorf. In solch einer Konstellation fallen im Eishockey für gewöhnlich Tore. So war es auch gestern. Steve Walker und Denis Pederson mussten von der Strafbank aus zusehen, wie die DEG ihr an sich harmloses Powerplay nutzen konnte und zum 2:2 durch Jeff Tory kam.

Erst nach der zweiten Pause konzentrierten sich die Berliner wieder mehr aufs Spielen als auf Diskussionen mit Schiedsrichter Roland Aumüller. Und als dann der Mann aus Ottobrunn zurecht den Düsseldorfer Mike Pellegrims auf die Strafbank geschickt hatte, nutzte Verteidiger Keith Aldridge die Überzahlsituation zum 3:2 für die Eisbären. Ein Foul von Denis Pederson brachte die Berliner allerdings wieder in Bedrängnis, acht Minuten vor Schluss erzielte Düsseldorf im Powerplay durch Tore Vikingstad das 3:3. Und so stand es auch nach drei Dritteln.

Der Sieger musste also in der Verlängerung gefunden werden. Und hier wurde Persson zum Matchwinner, als er den Puck bei Überzahl ins Tor lenkte. Es war das plötzliche Ende eines guten Spieles an dessen Ausgang die DEG und ihre Fans keine Freude hatten: Der gestern groß beworbene „Play-off-Schal 2004“ könnte bald zum Schnäppchen werden: Den Eisbären fehlen jetzt nur noch zwei Siege zum Erreichen des Halbfinales. Bereits am Sonntag, beim Spiel in Berlin, könnte der dritte Schritt erfolgen.

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