Sport : Zum Sieg gewechselt

Mit einem 3:1 gegen den VfL Wolfsburg wahrt Hertha BSC die Chance auf die Champions League

Mathias Klappenbach

Berlin - Die Zuschauer feierten ihn schon mit Sprechchören, bevor er anlief. Und Marcelinho enttäuschte die Hertha-Fans in der Kurve hinter dem Tor des VfL Wolfsburg nicht, er verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:1. Zehn Minuten vor dem Ende war das Spiel entschieden, Hertha BSC besiegte schließlich den VfL Wolfsburg 3:1 (0:1) und hat weiter Chancen auf die Qualifikation für die Champions League. „Ich bin erleichtert“, sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß nach dem Spiel. „In der nächsten Woche können wir uns mit einem Sieg in Mönchengladbach für den internationalen Wettbewerb qualifizieren.“

Hoeneß meinte damit den Uefa-Cup, und lange Zeit hatte es nicht danach ausgesehen, dass Hertha sich auch die Option für die Champions League offen hält. „Wir konnten in der ersten Halbzeit keinen Druck aufbauen, unser Spiel war nicht flüssig“, sagte Herthas Trainer Falko Götz. Bis zur Pause erinnerte das kraftlose und uninspirierte Spiel der Berliner vor 58 075 Zuschauern im Olympiastadion an die 1:2-Niederlage vor einer Woche bei Hansa Rostock. Nach 17 Minuten zirkelte Martin Petrow einen Freistoß aus halbrechter Position über die Zwei-Mann-Mauer der Berliner hinweg in den Torwinkel zur Führung für die Gäste. Die Wolfsburger zogen sich weit in ihre eigene Hälfte zurück, Hertha konnte sich gegen die disziplinierte Abwehr kaum Chancen herausspielen, obwohl sich vor allem der fleißige Yildiray Bastürk darum bemühte. Einzig Marcelinho war torgefährlich, dreimal versuchte er es mit Freistößen. Der erste ging noch daneben, die anderen beiden parierte Wolfsburgs Torhüter Simon Jentzsch. Bis auf Niko Kovac, der in Rostock gesperrt war und für Pal Dardai in die Mannschaft zurückkehrte, hatte Falko Götz zunächst die gleiche Mannschaft wie vor einer Woche aufgeboten. „In der zweiten Halbzeit waren wir aggressiver, lauffreudiger und offensiver“, sagte Falko Götz. Dass Hertha das Spiel noch gewann, lag neben der Leistungssteigerung vor allem an den Spielern, die Götz einwechselte.

Nach der Pause brachte er zunächst Artur Wichniarek für Thorben Marx. Zuerst versuchte es der Stürmer noch mit einer missglückten Schwalbe im Strafraum der Wolfsburger, kurz darauf spielte er aber Arne Friedrich so an, dass der Hertha-Kapitän im Fallen den Ausgleich erzielen konnte. Der vorhergehende Pass zu Wichniarek war vom eine Minute zuvor ebenfalls eingewechselten Andreas Neuendorf gekommen. „Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir schnell das 1:1 machen müssen“, sagte Niko Kovac. „Das gibt dann noch einmal einen Schub, und deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen.“ Die Konterversuche der Wolfsburger wurden jetzt schneller abgefangen, phasenweise kamen die Gäste kaum mehr aus ihrem eigenen Strafraum heraus.

Als Wichniarek dann zum zweiten Mal in den Wolfsburger Strafraum fiel, entschied Schiedsrichter Knut Kircher auf Elfmeter. Der Wolfsburger Hans Sarpei gab später zu, Wichniarek berührt zu haben, das Foul sei aber außerhalb des Strafraums gewesen. Es war eine knappe Entscheidung, die Marcelinho seinen achtzehnten Saisontreffer ermöglichte. Das letzte Tor für die Berliner erzielte dann der dritte eingewechselte Spieler.

Der 1,93 Meter große Abwehrspieler Alexander Madlung war beim Stand von 1:1 wegen seiner Kopfballstärke für Nando Rafael als Stürmer eingewechselt worden. Drei Minuten vor dem Abpfiff nahm er aber wie ein gelernter Angreifer einen weiten Pass von Arne Friedrich technisch perfekt mit dem rechten Fuß an und traf mit dem linken direkt zum 3:1 ins Tor.

0 Kommentare

Neuester Kommentar