Sport : Zum Verzweifeln

Bei Jahn Regensburg verliert der 1. FC Union 1:3

Markus Scheffel

Regensburg. Der Trainer hatte sich den Mund fusselig geredet. Und zur Verdeutlichung seiner Worte die Zuordnungen zu den einzelnen Gegenspielern auch noch auf einer Tafel aufgezeichnet. Mirko Votava wollte halt unbedingt vermeiden, dass sich seine Mannschaft im Spiel bei Jahn Regensburg durch Standardsituationen übertölpeln lässt. Es war letztlich vergebliche Mühe. 1:3 (0:3) unterlag der Fußball-Zweitligist 1. FC Union bei den Regensburgern – und zwei der drei Gegentreffer fielen nach so genannten ruhenden Bällen: einem Eckball und einem Freistoß. „Es gab da eine klare Zuteilung. Es ist mir schleierhaft, warum die nicht eingehalten wird“, schimpfte Unions Trainer Mirko Votava nachher. Nach fünf Spielen ohne Niederlage haben die Köpenicker nunmehr ihre kleine Serie schon wieder beendet und müssen wieder mit dem Schlimmsten rechnen: dem Abstieg.

Was den 1. FC Union besonders nachdenklich stimmen muss: Regensburg hatte in der Zweiten Liga zuletzt 275 Spielminuten lang vergeblich gehofft, mal wieder ein Tor bejubeln zu dürfen. Gegen Union schossen die Oberpfälzer aber gleich in der ersten halben Stunde drei Treffer – oder, genau genommen, sogar vier. Jahns Stürmer Tölcseres hatte einen Treffer erzielt, dem Schiedsrichter Drees wegen einer angeblichen Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte. Diese Sicht des Unparteiischen teilte aber kaum jemand unter den 6000 Zuschauern.

Die Regensburger Spieler lamentierten indes nicht lange, sie erzielten eben auch Tore auf eine Weise, die keinen Widerspruch seitens des Schiedsrichtergespanns zuließ. Mario Stiegelmair brachte die Gastgeber früh in Führung, in Zehn-Minuten-Abständen erhöhten Carsten Keuler und Michael Kolomaznik auf 3:0. Und Mirko Votava schaute reichlich verzweifelt drein. „Die erste Halbzeit war von unserer Seite aus eine einzige Katastrophe“, klagte er. Eine Torchance besaß Union vor der Pause, doch Steffen Baumgart scheiterte an Regensburgs Torhüter Peter Martin.

Nach dem Wechsel riss sich Union etwas zusammen, begünstigt allerdings auch dadurch, dass der Kontrahent sich auf das Verwalten des Resultats beschränkte. Baumgart verkürzte auf 1:3, zu mehr reichte es nicht. „Wenigstens körperlich ist meine Mannschaft gut drauf. Das hat die zweite Halbzeit gezeigt“, schlug Votava auch ein paar versöhnliche Töne an. Um seinen Job muss Unions Trainer nun nicht gleich wieder fürchten. Präsident Jürgen Schlebrowski stellte nach Spielschluss fest: „Wir werden jetzt keine neue Trainerdiskussion vom Zaun brechen.“

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