Sport : Zur letzten Instanz

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Endlich ist es letztinstanzlich amtlich: Die Kassel Huskies sind seit Donnerstag nicht mehr Teil der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Das Oberlandesgericht Köln erklärte den Lizenzentzug durch die DEL als vollstreckbar. Alle einstweiligen Verfügungen der Huskies dagegen, erwirkt in einem monatelangen juristischen Stellungskampf, sind wieder aufgehoben. Das Szenario eines Rauswurfs des finanziell maroden Klubs im Verlauf der Saison bleibt der Liga damit erspart. Die Kassel Huskies haben verloren, der Profisport gewonnen.

Was wäre gewesen, wenn sich der Klub trotz eröffneten Insolvenzverfahrens und damit Verstoßes gegen die Regeln der DEL über staatliche Gerichte zurück in die Liga geschummelt hätte? Kassels Schlamassel hätte ein Präzedenzfall dafür werden können, dass der Staat in die autonome Gerichtsbarkeit des Sportes eingreift und deren Urteile aufhebt.

Nun kann die Liga (nach einem dem Image nicht förderlichem Theater) ihr Schmuddelkind doch noch vor die Tür setzen. Das ist für Kassel sicher hart. Rücksichtslos aber hat der Klub gehandelt – gegenüber Fans und Spielern, die zum Teil noch in diesem Monat verpflichtet wurden. Eine hohe sechsstellige Summe hat das Geplänkel vor Gerichten die Huskies gekostet. In Kassel wäre der geordnete Rückzug in die Zweite Liga möglich gewesen. Stattdessen wurden Zeit, Geld und Nerven verschwendet. Umsonst.

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