Sport : Zur Not auch ohne Geld

Boxer Abraham siegt – und fordert nun Sturm heraus

Bamberg - Direkt nach dem Kampf hatte Raul Marquez noch eine Augenbrauenverletzung vorgeschoben. Später erklärte er: „Ich habe keinen Sinn mehr gesehen, ich hätte nur noch mehr Prügel kassiert.“ Marquez hatte nach sechs Runden genug und kam zur siebten Runde nicht mehr aus seiner Ecke. Das bedeutete technischen K.o. So konnte IBF-Weltmeister Arthur Abraham Samstagnacht vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Bamberg seinen 28. Sieg im 28. Profikampf feiern.

Der 37 Jahre alte ehemalige Weltmeister Marquez war voll des Lobes für seinen Bezwinger. „Er ist ein großer Champion, er wurde von Runde zu Runde stärker“, sagte der gebürtige Mexikaner und erklärte anschließend seinen Rücktritt vom Boxsport.

Weltmeister Abraham fühlte sich unterdessen um einen spektakulären K.o.-Sieg beraubt. „Er hat zu früh aufgegeben, dafür habe ich kein Verständnis“, sagte der gebürtige Armenier. „Die Entscheidung war richtig. In den nächsten Runden wäre Marquez k.o. gegangen, vielleicht sogar ganz schwer“, meinte dagegen Abrahams Trainer Ulli Wegner.

Arthur Abraham plant nun, alle vier WM-Titel im Mittelgewicht zu vereinigen. Anfang nächsten Jahres will er zum Duell mit dem deutschen WBA-Weltmeister Felix Sturm (Leverkusen) in den Ring steigen. Das wäre der zweite deutsch-deutsche Kampf um einen WM-Gürtel innerhalb weniger Monate.

Im ersten deutschen WM–Duell seit 8 Jahren hatte Felix Sturm am 1. November den Greifswalder Sebastian Sylvester einstimmig nach Punkten besiegt und damit seinen Titel bereits zum fünften Mal erfolgreich vertedigt. Sturms Bilanz weist nunmehr 31 Siege in 34 Kämpfen aus.

Arthur Abraham hat keine öffentlichen Zweifel, ein Duell mit Felix Sturm als Sieger zu verlassen. „Auch Sturm schafft es gegen mich nicht über die Runden. Bei diesem Kampf geht es um die Ehre“, sagte der 28 Jahre alte Berliner nach seiner neunten erfolgreichen Titelverteidigung. „Ich würde alles für den Kampf gegen Sturm tun. Aber er muss im Februar oder März nächsten Jahres stattfinden, denn im Sommer soll Arthur in den USA gegen Kelly Pavlik boxen“, sagte Abrahams Manager Wilfried Sauerland. Der US-Amerikaner Pavlik hält die Titel nach Version des WBC und der WBO im Mittelgewicht.

Manager Sauerland will nun noch einmal die Verhandlungen mit dem Sturm-Lager suchen. Der WBA-Weltmeister aus Leverkusen steigt für den Hamburger Universum-Boxstall in den Ring, der einen Vertrag mit dem ZDF hat. Sauerlands Boxer kämpfen im Programm der ARD. „Die TV-Sender können sich einigen. Die wahrscheinlich unlösbare Hürde wird die Börse von drei Millionen Euro, die jeder Boxer haben will“, sagte Sauerland und ergänzte: „Ich persönlich glaube nicht, dass das Duell kommt.“ Abraham dagegen versicherte: „Am Geld soll dieser Kampf nicht scheitern. Geld interessiert mich nicht. Zur Not boxe ich auch ohne.“

Abraham soll im Sommer 2009 Pavlik die WM-Titel des WBC und der WBO abjagen. „Wir sind optimistisch, dass dieser Kampf kommt. Er war eigentlich schon für den 24. Januar angesetzt, aber dann haben sich Pavlik und sein Team nicht mehr gemeldet“, sagte Sauerland. Tsp/dpa

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