Sport : Zurück an der Spitze für eine Nacht

Alba Berlin besiegt Gießen 102:74

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Ein Basketballspiel in Deutschland dauert 40 Minuten. Die Begegnung zwischen Alba Berlin und den Gießen 46ers wurde aber in nur 80 Sekunden entschieden. Zur Halbzeit war das Bundesligaspiel in der Max-Schmeling-Halle noch beinahe ausgeglichen, es stand 41:35. Achtzig Sekunden nach der Pause führte Alba plötzlich 48:35 – Luke Whithead und Nenad Canak hatten ein Foul und einen Ballverlust der Gießener clever genutzt. Den Vorsprung brachten die Berliner gestern Abend über die Zeit und gewannen vor 5890 Zuschauern 102:74. Alba ist damit mindestens bis heute um 17.00 Uhr Tabellenführer. Dann spielt Bamberg gegen Trier und kann mit einem Erfolg an die Spitze zurückkehren.

Das Spiel hatte mit wechselnden Führungen begonnen. Aus einem 10:15 machte Alba am Ende des ersten Viertels durch einen Dreipunktewurf von Hollis Price ein 19:18. Durch ein variables Spiel in der Offensive, bei dem sowohl von außen als auch unter dem Korb gepunktet wurde, setzte sich Alba bis zur Pause kontinuierlich ab. Nachdem Alba 48:35 in Führung gegangen war, versuchten die Gießener, das Spiel schnell zu machen. Das gelang ihnen zwar, doch meistens schlossen beide Teams ihre Aktionen erfolgreich ab.

Mit der Schlusssirene des dritten Viertels gelang Jovo Stanojevic ein spektakulärer Hakenwurf zum 72:54. Bis kurz vor dem Spielbeginn war noch unklar, ob der Center überhaupt eingesetzt werden kann. Beim Training am Freitag hatte der Serbe einen Schlag auf das Knie bekommen und trug deshalb eine Manschette. Wegen eines Muskelfaserrisses musste er zusätzlich einen Stützstrumpf an der rechten Wade tragen – sein Bein war dazwischen kaum zu erkennen. Dennoch erzielte der Center 14 Punkte. Bei Albas Niederlage in Köln vor einer Woche hatte Stanojevic gefehlt, bei der Niederlage in Bamberg am Mittwoch hatte er kaum gespielt und keinen Punkt erzielt.

Unerfreulich für Alba war gestern nur das unkluge Verhalten des 20-jährigen Spielmachers Martynas Mazeika. Nachdem im dritten Viertel ein Foul gegen ihn gepfiffen wurde, beschwerte er sich lautstark beim Schiedsrichter – ein technisches Foul. Es war Mazeikas fünftes Foul, weshalb er nicht mehr mitspielen durfte. „So etwas darf ihm nicht passieren“, sagte Kotrainer Calvin Oldham.

Der Abend fand dennoch einen versöhnlichen Abschluss für die Berliner: Zum sechsten Mal siegte Alba in dieser Bundesliga-Saison mit über einhundert Punkten.

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