Sport : Zurück an der Spitze

Lindsay Davenport hat am Samstag durch einen hart erkämpften 1:6, 6:3, 7:6 (7:3)-Erfolg über Kim Clijsters das Endspiel der Tennis-Weltmeisterschaft in München erreicht und Platz eins der Weltrangliste wieder übernommen. Die Amerikanerin trifft im Masters-Finale am Sonntag (14.00 Uhr/ARD) nun auf ihre Landsfrau Serena Williams oder Sandrine Testud aus Frankreich (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet). Nach 17 Monaten Pause wird die 25-Jährige aus Ponte Vedra in Kalifornien am Montag wieder die Spitze der Tennis-Welt übernehmen. Zuletzt stand Jennifer Capriati für drei Wochen dort, doch die ehemalige Nummer eins war in München im Viertelfinale an Testud gescheitert.

Online-Gaming Spiel, Satz und Sieg: Der Pong-Klon von meinberlin.de Die neue Nummer eins, die diese Position bereits 28 Wochen belegt hatte (zuletzt am 21. Mai 2000), musste um den Sieg gegen Debütantin Clijsters mächtig zittern. Doch nach total verschlafenem Start fand die nach eigener Einschätzung "beste Hallenspielerin der Welt" mehr und mehr zu ihrem Rhythmus. Während sie im ersten Satz gleich mit 0:3 zurücklag, drehte sie den Spieß im zweiten um und ließ sich trotz einiger Unsicherheiten nicht mehr aus dem Konzept bringen.

Die Masters-Siegerin des Jahres 1999 war gewarnt. Von den zuvor sechs Vergleichen hatte sie zwar fünf gewonnen, doch ausgerechnet den letzten hatte sie vor Wochen in Stanford in drei Sätzen gegen die 18-jährige Kim Clijsters verloren. Und seither ist die junge French-Open-Finalistin noch stärker geworden - vor allem konstanter. Dazu hat nach eigener Ansicht auch ihr Freund Lleyton Hewitt beigetragen. Der Australier, der in der übernächsten Woche beim Masters Cup in Sydney antritt, war für einige Tage als Glücksbringer mit nach München gekommen. Am Samstag fehlte er - das Resultat ist bekannt.

Serena Williams steht zum erstenmal im Halbfinale der Tennis-Weltmeisterschaft der Damen in München. Mit einem Kraftakt besiegte die 20-jährige Amerikanerin im Viertelfinale die hoch eingeschätzte Belgierin Justine Henin 6:3, 7:6 (7:5). Trotz tapferer Gegenwehr hatte die zierliche Wimbledonfinalistin, die am Mittwoch Anke Huber kurz und schmerzlos in den Ruhestand verabschiedet hatte, am Ende keine Chance.

Dort wo Davenport jetzt steht möchte auch Serena Williams hin. "Ich habe wirklich hart gearbeitet und befinde mich auf einer Mission", erklärte die Weltranglisten-Zehnte, deren Schwester Venus wegen einer Handgelenksverletzung abgesagt hatte, ihre neue Motivation. "Mein nächstes Ziel ist die Nummer eins. Dafür muss ich mehr Turniere und vor allem die Grand Slams besser spielen. Ich bin es leid, Leute in der Rangliste vor mir zu sehen, die es nicht sein sollten."

Dementsprechend motiviert ging Serena Williams am Freitag vor 7000 Zuschauern in der Olympiahalle zu Werke. Mit brachialen Schlägen, vor allem mit der schnellen Vorhand, jagte sie die Weltranglisten-Sechste Henin über den Platz, wenn es sein musste, schlug sie ein Ass mit 180 km/h. Das erste Break gelang ihr zum 3:1, mit einem gewaltigen Vorhandschlag schloss sie den ersten Satz zum 6:3 ab.

Zwar wehrte sich die 19-jährige Belgierin, die in der ersten Runde die Karriere von Anke Huber noch schneller beendet hatte, tapfer gegen die übermächtige Gegnerin und hielt im zweiten Satz bis zum 6:6 mit, im Tiebreak aber scheiterte sie an ihren Nerven. Henin führte bereits 4:2, dann aber unterliefen ihr zwei Doppelfehler zum 4:5. Obwohl ihr die Schläger-Saite während des letzten Ballwechsels riss, nutzte Serena Williams den ersten Matchball zum Sieg. "Es war verrückt, aber irgendwie habe ich den letzten Volley noch reingespielt", staunte die 20-jährige Amerikanerin hinterher.

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