Sport : Zurück im Glück

Srdjan Lakic schießt Frankfurt beim HSV zu einem 2:0-Sieg – Eintracht-Coach Veh bremst die Euphorie.

Ladehemmung war gestern. Srdjan Lakic traf erstmals seit 21 Monaten. Foto: dpa Foto: dpa
Ladehemmung war gestern. Srdjan Lakic traf erstmals seit 21 Monaten. Foto: dpaFoto: dpa

Hamburg - Srdjan Lakic hatte sehnlich auf diesen Moment gewartet. 21 Monate, um genau zu sein. So lange lag das letzte Bundesliga-Tor des 29-Jährigen nämlich zurück. Am 14. Mai 2011 hatte er es erzielt, damals noch für den 1. FC Kaiserslautern. Auf seinen folgenden Stationen in Hoffenheim und Wolfsburg wurde Lakic dann allerdings von permanenter Ladehemmung begleitet. Umso glücklicher war der Kroate nach dem 2:0 (2:0)-Sieg seines neuen Klubs am Samstagabend beim Hamburger SV. Bei seinem Debüt im Trikot von Eintracht Frankfurt war der fast in Vergessenheit geratene Angreifer schließlich mit zwei Treffern der Matchwinner. „Ich habe nicht gezweifelt, aber natürlich ist man nach so einer langen Zeit nicht so selbstbewusst. Ich freue mich nun, beschäftige mich aber nicht mit Genugtuung“, sagte Lakic. Eintracht-Coach Armin Veh, der mit dem Einsatz des Wintereinkaufs beim HSV nach nur drei Trainingseinheiten volles Risiko gegangen war, fasste die Geschehnisse so zusammen: „Geile Geschichte“.

25 Spiele lang hatte Lakic zuvor nicht getroffen. „Die Tore widme ich den Menschen, die immer an mich geglaubt haben, natürlich vor allem meiner Frau, aber auch vielen Leuten im Fußball, auch den Menschen bei der Eintracht, die mich unbedingt haben wollten“, sagte Lakic nach dem befreienden Erlebnis. Das Zusammenspiel mit Stefan Aigner, der beide Vorlagen gab und fast selbst Saisontor Nummer acht geschossen hätte, klappte schon bestens. „Lakic ist unglaublich. Er war lange verletzt, ist die erste Woche bei der Mannschaft und hat sich super eingefügt“, berichtete Aigner.

Der ehemalige HSV-Trainer Veh, der erstmals nach seiner Entlassung vor zwei Jahren zurückkehrte, freute sich derweil über die Komplimente seines Gegenübers Thorsten Fink. „Frankfurt war die bessere Mannschaft und Armin ist ein Fuchs“, hatte Fink gesagt. Weil offensive Kräfte wie Karim Matmour und Olivier Occean nicht so torgefährlich sind wie erhofft, wagte Veh den Lakic-Einsatz. „Er ist vom Typ her jemand, der sich ganz schnell integriert“, sagte Veh.

Mit einer Leistung wie in Hamburg sind die Frankfurter ein ernsthafter Kandidat für die Champions League. Selbst Veh gab zu, dass es sich bei 36 Punkten und nun schon sechs Zählern Vorsprung auf Rang fünf ziemlich defensiv anhört, nur vom Nicht-Abstieg zu reden. „Aber“, sagte Veh, „wir brauchen noch vier Punkte.“

Die Leistung, besonders in der ersten Halbzeit, als seine Mannschaft ständig schneller und wendiger war als die Hamburger, sei dem Tabellenplatz angemessen gewesen, räumte der Frankfurter Trainer ein. Er freue sich unheimlich, aber werde nicht feiern, sagte Veh, der am Freitag 52 Jahre alt geworden war.

Vergleiche mit der Mannschaft des VfB Stuttgart, die Veh 2007 sensationell zur Meisterschaft geführt hatte, schmeichelten ihm zwar, so ganz ließ er sie aber nicht zu. „Wir hatten damals einige gestandene Spieler und ein viel größeres Budget“, stellte er fest. Zur Erinnerung: Der VfB stand damals nach der Winterpause auf Rang vier. Genau wie die Frankfurter Eintracht. dpa

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