Sport : Zurück im Spiel

Justine Henin-Hardenne triumphiert in Berlin

Benedikt Voigt

Berlin - Gleich zwei spannende Duelle wurden gestern auf der Tennisanlage am Hundekehlesee ausgetragen. Während auf dem Centre Court Justine Henin-Hardenne und Nadja Petrowa um den Titel der Katar German Open stritten, kämpften über den beiden Spielerinnen Sonne und Regen um den größeren Einfluss auf das Wetter. Das Duell im Himmel endete unentschieden, mit leichten Vorteilen für den Regen, dem drei wichtige Breaks gelangen. Das war auch der Grund, weshalb sich das Duell am Boden auf drei Stunden und acht Minuten Spielzeit streckte. Dann aber hatte es eine verdiente Siegerin gefunden: Justine Henin-Hardenne.

Zum dritten Mal in ihrer Karriere hat die Belgierin die German Open gewonnen. Die 22-Jährige schlug im Finale vor 5000 Zuschauern im Steffi-Graf-Stadion die Russin Nadja Petrowa 6:3, 4:6 und 6:3 und erhielt neben dem Preisgeld von 189 000 Euro vom Turnierveranstalter Scheich Mohammad Bin Faleh Al-Thani einen Pokal mit einem vergoldeten Falken. Nur Steffi Graf, die neun Mal gewonnen hat, siegte öfter in Berlin. Justine Henin-Hardenne hat seit 17 Matches nicht mehr verloren und nach Charleston und Warschau das dritte Turnier in Folge gewonnen. „Die Bedingungen in dieser Woche waren sehr hart, deshalb bin ich sehr stolz auf das, was ich hier erreicht habe“, sagte sie. In der Weltrangliste wird die ehemalige Nummer eins am Montag von Rang 15 auf elf rücken. Nadja Petrowa hingegen konnte auch ihr drittes Endspiel bei einem WTA-Turnier nicht gewinnen. „Ich hatte ein bisschen Pech mit ein paar Schlägen“, sagte die Russin.

Das Ende des Matches passte zum wechselhaften Wetter. Beim Stand von 5:3 und 30:0 im dritten Satz war Justine Henin-Hardenne kurz vor dem Sieg, da setzte wieder Regen ein. 20 Minuten später kehrten die Spielerinnen auf den Platz zurück, spielten sich zum vierten Mal an diesem Tag warm – und 15 Sekunden später war das Match dann vorbei.

Lediglich im zweiten Satz hatte Justine Henin-Hardenne die Konzentration verloren und lag 0:4 in Rückstand. „Aber ich bin wieder zurückgekommen“, sagte sie. Sie kämpfte sich auf 4:5 heran, doch es reichte nicht zum Satzgewinn. Dennoch hatte Henin-Hardenne wieder die Form des ersten Satzes erreicht, in dem sie ihrer Gegnerin viermal den Aufschlag abgenommen hatte und mit drei zauberhaften Rückhandstoppbällen die Zuschauer zu Szenenapplaus hingerissen hatte. Im letzten Satz konnte sie bei eigenem Aufschlag zwei Breakbälle abwehren und erhöhte auf 4:1. Es war die Entscheidung.

Das Comeback, das Justine Henin-Hardenne gegenwärtig vollbringt, ist eindrucksvoll. Wegen einer Viruserkrankung und einer Knieverletzung hatte sie ein halbes Jahr pausieren müssen. „Ich höre jetzt besser auf meinen Körper“, erzählte sie in Berlin. Inzwischen dürfte sie Favoritin bei den French Open sein, die am 23. Mai in Paris beginnen. „Ich fühle mich müde“, sagte Justine Henin-Hardenne, „ich werde bis Paris eine Pause machen.“

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