Sport : Zurück ins Niemandsland

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Michael Rosentritt über die gescheiterten Pläne des VfL Wolfsburg

Wolfsburg und sein aufgerüsteter VfL sind wieder zu dem geworden, was sie einmal waren: eine Stadt in der ostniedersächsischen Provinz mit einem dazu passenden Fußballverein. Der spielt statt um internationale Startplätze gegen den Abstieg. Man kann es anders ausdrücken: Jürgen Röber hat jetzt Urlaub und mit ihm die künstlich frisierten Pläne des VfL Wolfsburg. Das Scheitern des Trainers ist ein Scheitern der großen Vorhaben der „VfL Wolfsburg Fußball GmbH“, einer 90-prozentigen Tochter des VW-Konzerns. Der VfL sollte sich im internationalen Fußball etablieren und lieber heute als morgen die Champions League erreichen. Das war keine Träumerei, sondern festes Ziel. Nur wird so etwas nicht von Industriemanagern am Reißbrett, sondern von Fußballern auf dem Rasen entschieden.

Der VfL Wolfsburg sollte mit aller Macht und fast allen Mitteln seinen reservierten Platz im Niemandsland der Tabelle, fernab von Meisterschaft und Abstieg, dauerhaft verlassen und sich ein neues Image geben. Stefan Effenberg war der erste Versuch, der scheiterte. Die neue Volkswagenarena wurde gebaut, nur fehlt dort immer noch die Atmosphäre. Es wurden zwölf Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben und ein Trainer geholt, der mit Hertha BSC 1999 in die Champions League gestürmt war. 1997 waren die Berliner zusammen mit den Wolfsburgern aus der Zweiten Liga aufgestiegen. In Wolfsburg sollte sich der Erfolg der Berliner wiederholen. Sicherlich hat in Berlin vieles ein anderes Tempo, aber auch da weiß man mittlerweile, dass man nicht in kürzester Zeit das schafft, wofür andere Vereine Jahrzehnte benötigten.

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