Sport : Zurück zu den Champions

Stuttgart siegt mühelos 4:0 über Mönchengladbach

Oliver Trust

Stuttgart. Als Hans Meyer an diesem Abend von seiner Bank aufstand, schaute er besonders besorgt drein. Der Trainer aus Mönchengladbach wird wohl daran gedacht haben, dass sein Arbeitsplatz nach diesem Trauerspiel seiner Borussia wieder ein Stück unsicherer geworden ist. Mit 0:4 gingen die Männer vom Niederrhein vor 25 500 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion regelrecht ein. Der VfB Stuttgart führte die Gladbacher vor und sorgte mit dem klaren Sieg vor dem Rückspiel im Achtelfinale des Uefa-Cups nächsten Donnerstag gegen Celtic Glasgow für Selbstvertrauen. Die Schwaben müssen einen 1:3-Rückstand aufholen. „Wir haben schwere Spiele hinter uns und konnten nicht locker und flockig agieren, aber wir waren 45 Minuten lang souverän“, sagte VfB-Trainer Felix Magath.

Zwei Tore von Kevin Kuranyi und weitere von Ioannis Amanatidis und Viorel Ganea beförderten den VfB Stuttgart wieder auf Platz drei und damit zurück in die Nähe der Champions League. Für die Gladbacher brechen auf Rang 17 finstere Zeiten an. Zwischen Mannschaft und Trainer ist das Verhältnis mehr als angespannt. Seit Wochen berichten die Zeitungen in Mönchengladbach von tiefen Gräben. Jeff Strasser wollte nach dem Spiel gleich gar nichts sagen: „Sonst bekomme ich morgen Probleme.“ Bezeichnend für das schwache Auftreten der Borussen war, dass sie ihre erste Chance nach 76 Minuten hatten, als Strasser die Latte traf.

Zu dem Zeitpunkt war schon alles vorbei, obwohl die Stuttgarter in der zweiten Hälfte stark nachließen und erst kurz vor Schluss noch einmal aufdrehten. Federleicht sah es aus, wie Kuranyi und seine Kollegen die Gladbacher Hintermannschaft umkurvten. „Wir haben das Spiel in den ersten 20 Minuten verloren“, klagte Markus Münch. „Wir müssen endlich einmal anfangen, auch auswärts etwas zu machen. Trotzdem dürfen wir nicht die Nerven verlieren.“

Wie im Trainingsspiel aber sah es aus, wie die Stuttgarter zu ihren Toren kamen. Bordon leitete auf Kuranyi weiter, der traf allein gelassen per Kopf. Muntere Kombinationen auch beim 2:0, als Kuranyi passte und Amanatidis traf. Als dann Korell nach einer Notbremse gegen Ganea in der 49. Minute mit Rot vom Feld musste, schwand die Hoffnung. „Bis zur Halbserie waren wir die Mannschaft, die in der Defensive gut stand“, sagte Meyer. „Jetzt haben wir da hinten ein richtiges Problem .“

Das stimmt und ist doch nicht ganz vollständig. Denn nicht nur hinten haben die Mönchengladbacher ein Problem. In Stuttgart spielten sie im Mittelfeld Fehlpässe im Akkord. Was sich in den Schlussminuten abspielte, grenzte an Selbstaufgabe. Die Folge: Die Treffer drei und vier durch Ganea und Kuranyi, der damit sein zwölftes Saisontor erzielte. „In der nächsten Woche wird man wieder eine andere Borussia erleben“, sagte Münch. Es klingt mehr wie eine vage Hoffnung denn wirkliche Überzeugung.

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