Sport : Zurück zum Spiel

Robert Ide

freut sich auf eine WM 2006 ohne Wahlkampf Ein Sieger der Bundestagswahl 2005 steht bereits fest: Jürgen Klinsmann. Der Trainer der Fußball-Nationalmannschaft muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob er bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit einem Titel Gerhard Schröder zur erneuten Kanzlerschaft verhilft oder durch ein Ausscheiden im Achtelfinale Angela Merkel das Tor zur Macht aufstößt. Monatelang haben Regierung und Opposition für das sportliche Großereignis trainiert; beide versprachen sich davon eine gute Ausgangsposition für die Wahl im Herbst 2006. Nun, mit dem Vorziehen des politischen Großereignisses, hat sich die Politik selbst aus dem Spiel genommen. Der WM tut das gut.

Die Apparate von Gerhard Schröder und Otto Schily einerseits sowie von Edmund Stoiber andererseits haben mit vielen Protokolltricks um den Fußball gerangelt. Mit öffentlichem Geld finanzierte Kampagnen wie das Kulturprogramm oder die Standortoffensive „Land der Ideen“ sollten die Botschaft eines weltoffenen Deutschlands in die Welt senden. Sie gerieten aber in den Verdacht, der Regierung als Stimmungsaufheller vor der Wahl zu dienen. Plötzlich ist das Gerangel am Spielfeldrand sinnlos geworden.

Angela Merkel hat sich bislang nicht zur WM geäußert. Nun muss sie es erst nach der Wahl – falls sie Kanzlerin wird.

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