Sport : Zurück zum Wesentlichen

Der neue 248 F1 markiert Ferraris Wendepunkt

Ralf Bach

Mugello - Einsteigen und losfahren – die Präsentation des neuen Autos in Mugello zeigte deutlich, worauf Ferrari und Michael Schumacher in dieser Saison Wert legen. „Wir wollen uns mehr auf das Auto und auf die Technik konzentrieren als in den vergangenen Jahren“, sagte Ferraris Präsident Luca di Montezemolo. Die Konzentration aufs Wesentliche fängt bereits beim Namen des neuen Hoffnungsträgers an. Der Nachfolger des misslungenen F2005 heißt nicht etwa F2006, sondern 248 F1. Mit der Bezeichnung, die für die vom neuen Reglement vorgeschriebenen 2,4 Liter Hubraum und acht Zylinder steht, kehrt Ferrari zur traditionellen Namensgebung zurück. Der 248 F1 soll den Titel zurückholen, das gab di Montezemolo unmissverständlich zu verstehen.

Dabei soll auch die andere Regeländerung mithelfen: die wieder erlaubten Reifenwechsel. „Dass wir wie in der letzten Saison gegen Ende des Rennens zu langsam sein werden, weil wir so gut wie keinen Gummi mehr auf den Reifen haben, sollte uns nicht mehr passieren“, hofft der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher. Bridgestone kann jetzt wieder weichere Reifen liefern, die nur noch 25 statt 70 Runden halten müssen. Die Reifen werden daher schon in der Qualifikation genügend Haftung entwickeln – das war 2005 noch ein großes Problem.

Ein weiterer Grund zur Hoffnung: Der 248 F1 war wesentlich früher auf der Strecke als seine Vorgänger; schon am 16. Januar drehte Schumacher erste Testrunden. „Das war auch unser Ziel“, sagt Chefelektroniker Dieter Gundel. Ferrari ging dafür den Weg der Totalerneuerung. Alle Teile wurden verbessert, Aufhängung und Aerodynamik aggressiver ausgelegt, der Tank verkleinert. Ferrari plant nämlich, ein Rennen mit einer Drei-Stopp- Strategie in vier Sprinteinheiten aufzuteilen – ähnlich wie im Erfolgsjahr 2004. „Dazu kommt, dass Michael Schumacher unglaublich motiviert ist“, sagt Gundel. „Wenn Sie mich fragen: Er wird nicht am Ende der Saison aufhören.“

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