Zusammenfassung : Rodel-Frauen überragend - Jenny Wolf im Pech

UPDATE Der fünfte Olympiatag war aus deutscher Sicht bislang der erfolgreichste. Nach dem Sieg von Magdalena Neuner im Biathlon, sicherte sich auch Rodlerin Tatjana Hüfner überlegen die Goldmedaille. Natalie Geisenberger komplettierte den Erfolg im Eiskanal von Whistler als Dritte. Im Eisschnelllauf verpasste Jenny Wolf den Olympiasieg um eine Winzigkeit und musste sich mit Silber begnügen.

Vancouver 2010 - Eisschnelllauf
In der Kurve noch vorn. 100 Meter vor dem Ziel schien der Olympiasieg für Jenny Wolf zum Greifen nach, doch Lee Sang-Hwa kämpfte...Foto: dpa

Jenny Wolfs Traum vom olympischen Gold ist geplatzt. Die Südkoreanerin Lee Sang-Hwa erwies sich in der Stunde der Eisschnelllauf-Entscheidung über 500 Meter nach zwei furiosen Rennen als die Stärkere und setzte sich mit dem minimalen Vorsprung von fünf Hundertsel Sekunden gegen die Berlinerin durch. Bronze ging an Wolfs Erzrivalin Wang Beixing aus China.

Schon im ersten Lauf musste die Weltrekordlerin nach einer Zwangspause wegen eines Sturzes der Niederländerin Annette Gerritsen und anschließendem Fehlstart in 38,30 Sekunden Sprint-Vierkampf- Weltmeisterin Lee (38,24) den Vortritt lassen. 37,84 Sekunden reichten Wolf dann im zweiten Rennen nicht, um vor 7.000 Besuchern im Olympic Oval von Richmond die Asiatin noch abzufangen: Zwar gewann Wolf das direkte Duell, doch Lee bewies Stehvermögen und ließ sich im Finish nicht entscheidend abschütteln. Einen beachtlichen elften Platz erreichte die Berliner Mittelstreckenspezialistin Monique Angermüller.

Gold und Bronze für deutsche Rodlerinnen

Auf der entschärften Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler erkämpfte Tatjana Hüfner das vorprogrammierte Gold für die deutschen Rodlerinnen. Zwei Tage nach dem Coup von Felix Loch siegte die 26-Jährige vor der überraschend starken Österreicherin Nina Reithmayer. Natalie Geisenberger rundete als Dritte das starke Ergebnis der deutschen Frauen ab, Anke Wischnewski belegte den fünften Platz.

Damit haben die deutschen Rennrodler, die durch Loch und David Möller bei den Männern schon einen Doppelerfolg feiern konnten, bereits vor dem letzten Wettbewerb der Doppelsitzer am Mittwoch ihre Ausbeute gegenüber Turin 2006 gesteigert. Für die deutschen Frauen war es der neunte Olympiasieg im 13. Anlauf.

Kanadierin Ricker siegt im Snowboardcross

Kanadas Olympia-Märchen geht ebenso weiter wie Lindsey Jacobellis olympisches Trauma. Die Topfavoritin aus den USA verpasste überraschend die Goldmedaille im Snowboardcross und wurde nur Fünfte. Stattdessen wurde die Kanadierin Maelle Ricker auf dem Cypress Mountain Olympiasiegerin. Die vierte kanadische Medaille an Vancouvers Hausberg war zugleich das zweite Gold dieser Winterspiele für die Gastgeber. "Ich fühlte die Energie der anderen kanadischen Athleten. Danke Kanada, wir haben hier so viel Spaß", sagte Ricker.

Die 31-Jährige war in der Qualifikation zunächst gestürzt, kam aber dank eines guten zweiten Laufs als Vorkampf-Dritte weiter. "Ich habe mich einfach darauf konzentriert, was ich kann", erklärte Ricker, die sich im Finale gegen die Französin Deborah Anthonioz durchsetzte. Bronze ging an die Schweizerin Olivia Nobs, für Weltmeisterin Helene Olafsen (Norwegen) blieb als Letzte des Finales nur Platz vier. Deutsche Teilnehmerinnen waren nicht am Start.

Jewgeni Pluschenko schon vorn

Der russische Eiskunstläufer Jewgeni Pluschenko hat den Grundstein für seine zweite Goldmedaille bei Olympischen Winterspielen gelegt. Der dreimalige Weltmeister übernahm im mit 14.200 Zuschauern ausverkauften Pacific Coliseum von Vancouver die Führung nach dem Kurzprogramm vor dem Amerikaner Evan Lysacek und Daisuke Takahashi aus Japan. Pluschenko hatte nach Olympia-Gold vor vier Jahren in Turin seine Karriere beendet und war erst in diesem Winter aufs Eis zurückgekehrt. Nach zwei Jahren Verletzungspause wurde der Erfurter Stefan Lindemann vom Preisgericht trotz eines guten Vortrags nur auf Rang 17 eingestuft.

Guter Auftakt für deutsche Curler

Erfolg gegen die USA, tapferer Auftritt gegen Kanada: Die deutschen Curling-Männer sind mit Sieg und Niederlage in das Olympia-Turnier gestartet. Nach dem 7:5-Erfolg gegen die Amerikaner musste sich das Team von Skip Andy Kapp mit 4:9 Gastgeber Kanada geschlagen geben. Gegen den Goldfavoriten zeigte die Auswahl aus Füssen aber eine couragierte Leistung. Bis zum siebten End hielten die Deutschen mit. Erst ein hervorragender Double Takeout brachte den Kanadiern drei Punkte und damit den Sieg.

Die von Andrea Schöpp angeführte Frauen-Auswahl vom SC Riessersee begann ihren Auftritt bei den Winterspielen mit einem Sieg. Gegen Russland gab es einen 9:5-Erfolg . Mit dem letzten Stein im zehnten End machte Schöpp persönlich den Sieg perfekt. "Die Frauen haben sehr souverän gespielt und die Begegnung dominiert", freute sich Ralph Schneider, Sportdirektor des Deutschen Curling-Verbandes. "Es ist eindeutig ein Signal, dass sie jedes andere Team schlagen könne. (dpa/Leo)

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