• Zuverlässige Testmethode für Dopingmittel Epo doch schon bis zu den olymischen Spielen in Sydney

Sport : Zuverlässige Testmethode für Dopingmittel Epo doch schon bis zu den olymischen Spielen in Sydney

Mit einem Kuss unter Männern ist gestern die Tagung des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Sydney höchst ungewöhnlich zu Ende gegangen. Der umstrittene Olympia-Minister Michael Knight verpasste seinen Wangenkuss mit IOC-Vizepräsident Richard Pound ausgerechnet jenem Mann, der ihm am Vortag noch eine Misswirtschaft vorgehalten hatte. Neben dieser Demonstration vor laufenden Kameras gab es am Schlusstag des dreitägigen Treffens der Exekutive zwei wichtige Nachrichten: Es wird immer wahrscheinlicher, dass eine zuverlässige Testmethode für das Blutdopingmittel Epo doch schon bis zu den Spielen im September in Sydney zur Verfügung steht. Und IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch hat seine US-amerikanische Stellvertreterin Anita Defrantz energisch gegen Bestechungsvorwürfe verteidigt.

Samaranch fiel im siebten Stock des Hauptquartiers des Organisationskomitees SOCOG die Rolle des vermittelnden Vaters der olympischen Familie zu. Zur Kontroverse Pound - Knight erklärte er, er sei zwar nicht Salomon, aber alle hätten Recht. "Dick hat recht, Minister Knight hat recht, und ich habe auch recht." Pound hatte Knight attackiert, weil dieser und das SOCOG den "größten Marketingerfolg der olympischen Geschichte" schlechtgeredet und Sponsoren falsch behandelt hätten. Pound räumte ein, die Kussattacke sei "zweifellos der aufregendste Teil" seines Tages gewesen. IOC-Präsident Samaranch beeilte zu betonen, dass Knight das "volle Vertrauen" des IOC habe.

Das sprach er dann gleich auch Defrantz aus. Die ehemalige Olympia-Ruderin war ins Zwielicht geraten, nachdem eine US-Zeitung veröffentlicht hatte, dass sie im Zusammenhang mit der Bewerbung Naganos für die Winterspiele 1998 eine goldene Halskette erhalten habe. Defrantz erklärte, die Kette habe einen Wert von weniger als 100 Dollar gehabt und sei 1990 in Tokio bei einer IOC-Vollversammlung eine Damenspende für die mehr als 100 anwesenden Frauen gewesen. Damals waren Geschenke an IOC-Mitglieder in Höhe von bis zu 200 Dollar zulässig.

Positivstes Ergebnis der Tagung in der Olympiastadt war wohl die Tatsache, dass der Epo-Test nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint. Allan Hahn vom Australischen Sportinstitut in Canberra berichtete, dass bei der Aufspürung des Dopingmittels durch eine Blutuntersuchung nur noch eine Fehlerquote von 1:100 000 bestehe.

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