Sport : Zuviel Veränderung auf einmal Magaths Strategie geht in Wolfsburg nicht mehr auf

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Freiburg - Diese große Portion Trotz begleitete ihn auch noch lange nach Abpfiff. Bockig und fast angriffslustig versuchte Felix Magath die dritte Niederlage im vierten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga zu erklären. „Es braucht Zeit, bis alles zusammenwächst“, sagte der Trainer jenes VfL Wolfsburg, der sich anschickt, wie in der vergangenen Saison an den hohen Erwartungen zu scheitern. Was Magath nie zur Sprache bringt, ist die theoretische Möglichkeit, dass er sich verschätzt hat. Bis kurz vor Ende der Wechselfrist immer noch weiter einzukaufen und neue Profis zu verpflichten, muss kein Allheilmittel sein. Sein kunterbuntes Ensemble, das mit der 0:3-Pleite beim gut eingespielten SC Freiburg in dieser Höhe noch gut bedient war, hinterließ den Eindruck von losem Stückwerk.

Der Chef selbst hatte am Ende der vergangenen Saison, als er den VfL vor dem Absturz in die Zweite Liga bewahrte, große Defizite ausgemacht. Doch der damalige Vorwurf, dass die Wolfsburger Mannschaft nie ein Team gewesen sei, hat ihn zuletzt nicht davon abgehalten, auch den letzten Hauch von Hierarchie und Zusammenhalt zu zerstören. Niemand weiß genau, wie lange Simon Kjaer und Diego noch zum Kader gehören. Keiner ahnt, ob in den nächsten Tagen nicht weitere neue Kollegen um die Ecke kommen. Magaths Handeln bleibt undurchsichtig und sprunghaft. Sein jüngster Versuch, eine neue Innenverteidigung aus dem Neuzugang Sotirios Kyrgiakos und dem Reservisten Alexander Madlung zu bilden, ging in Freiburg gründlich schief.

Magaths einzige Konstante ist das völlig Ungewisse. Angesichts des Fernziels, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen, hat sich Magath entschieden, Personalpolitik mit der Brechstange zu betreiben. Der 58-Jährige bleibt überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Die Körpersprache seiner Spieler und die Ergebnisse sagen aber etwas ganz Anderes.Christian Otto

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