Sport : Zwanglos dem Aufstieg entgegen

André Görke

Sreto Ristic stand stinksauer im Waldstadion und ärgerte sich mächtig über die letzte Spielminute: Da hatte Unions Stürmer nur noch Oka Nikolov vor sich, den Torhüter von Eintracht Frankfurt. Eine gute Chance für den 1. FC Union, wahrscheinlich die letzte an diesem Nachmittag. Doch Ristic kam nicht zum Abschluss. Frankfurts Mittelfeldspieler Alexander Schur riss Unions Stürmer zu Boden. Schur sah danach zwar die Rote Karte und musste vom Platz. Gebracht hat es dem 1. FC Union aber wenig. Sekunden später wurde das Spiel in Frankfurt abgepfiffen. Da stand es 2:2.

Ein Punktverlust? Irgendwie schon.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Skuril. Denn vor einigen Monaten sah die Situation noch anders aus. Der 1. FC Union konnte in der Zweiten Liga zwar ganz ordentlich mithalten, doch gegen große Klubs wie Eintracht Frankfurt setzte es mit verblüffender Regelmäßigkeit deftige Niederlagen. Manager Klaus Berge sagt: "Die Mannschaft hatte zuviel Respekt vor großen Namen. Das sind psychologische Dinge. Jetzt wissen die Spieler, dass sie gut mithalten können."

In Frankfurt haben Unions Spieler nicht mitgehalten, sie haben das Spiel gemacht. Zumindest in der zweiten Halbzeit. Lange jedoch hatte es ausgesehen wie in all den Monaten zuvor, wenn es gegen Mannschaften ging, die guten Fußball spielen können: Früh lag Union im Rückstand, und als sich nach einer halben Stunde auch noch Manndecker Tom Persich verletzte, dachte kaum jemand daran, dass Union noch einmal ins Spiel finden würde. "Die Verletzung von Persich war ein Schock", sagt Manager Berge. Diagnose: Sehnenabriss im rechten Adduktorenbereich; Persich wird vier bis sechs Wochen ausfallen.

In der Pause stauchte Trainer Georgi Wassilew seine Mannschaft ordentlich zusammen, und fortan lief es beeindruckend gut: Erst traf Kostadin Widolow nur den Pfosten, zwei Minuten später aber erzielte Steffen Menze den Ausgleich. "Der Pfostenschuss war das Schlüsselerlebnis für die Mannschaft", sagt Berge. Nach der erneuten Frankfurter Führung konnte Djurkovic ausgleichen, Isa und Ristic hätten in den letzten Minuten sogar das Siegtor erzielen können.

Es klingt ungewohnt, wenn Ristic nach diesem Unentschieden von "zwei verlorenen Punkten" spricht. Frankfurt ist immerhin Absteiger aus der Bundesliga. Die Sache ist ganz einfach, sagt Ristic: "Wir müssen mitnehmen, was wir erreichen können."

Seit Dezember hat Union nicht mehr verloren, der Aufstieg rückt Woche für Woche näher. An die Bundesliga haben sie schon lange gedacht, nur nicht besonders intensiv. Das Spiel in Frankfurt war gut für die Psyche, und es kam zur rechten Zeit. Denn für Union wird es am kommenden Sonntag verdammt ernst: Dann steigt das Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld.

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