Sport : Zwei Anrufe für ein Halleluja Der Berliner HC bleibt in der Hockey-Bundesliga

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Horst Buhr musste das Handy fest an sein Ohr drücken, um seinen Gesprächspartner in Hamburg noch zu verstehen. Ungeduldig fragten die Hockeyspieler des Berliner HC ihren Teammanager immer wieder: „Ist es aus? Ist es schon aus?“ Dann, endlich, nickte Buhr, und Nationalspieler Tibor Weißenborn brüllte seine Freude hinaus über den Platz an der Wilskistraße, so dass sich auch die bereits verhalten feiernden Zuschauer sicher sein konnten: Der Berliner HC bleibt in der Ersten Bundesliga.

Das schafften die Berliner durch den 1:0 (1:0)-Sieg über den Crefelder HTC gestern Nachmittag und der fast zeitgleichen 2:4-Niederlage des Konkurrenten Uhlenhorst Mülheim beim Uhlenhorster HC in Hamburg. „Das ist so geil“, rief Tibor Weißenborn immer wieder, während er in der großen Menschentraube von einer Umarmung in die nächste taumelte.

Auf der anderen Seite des Feldes der krasse Gegensatz: Vereinzelt, jeder für sich allein, hatten sich die Krefelder Spieler auf dem Kunstrasen verteilt – nur um plötzlich schreiend aufzuspringen, einen Kreis zu bilden und wild umherzutanzen. Ihr Trainer Dietmar Alf hatte soeben einen Anruf erhalten und es seinen Spielern zugerufen: Rüsselsheim schaffte überraschend keinen Sieg gegen den Harvestehuder THC, weshalb es für die Krefelder trotz der eigenen Niederlage noch zur Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft langte. „Obwohl es so ein knappes Ende war, haben wir es verdient“, sagte der in Krefeld spielende Berliner Jamilon Mülders. „Ich will aber vor allem den Berlinern zu ihrer unglaublichen Aufholjagd in der Rückrunde gratulieren.“ Nach der Hinrunde schien der BHC am Tabellenende nämlich bereits hoffnungslos abgeschlagen. Nur sieben Punkte aus elf Spielen hatten sie geholt.

Dann begannen die drei neuen Trainer Helmut Schröder, Stefan Kermas und Carsten Alisch mit der Arbeit. Sie holten aus elf Spielen 18 Punkte. So richtig in Feierlaune war Cheftrainer Schröder nach dem Abpfiff dennoch nicht. „Wir müssen jetzt sofort sehen, dass wir die Mannschaft beisammenhalten“, sagte er knapp eine halbe Stunde nach dem Abpfiff zu Kotrainer Kermas. „Jetzt?“, fragte der ungläubig. „Du hast Recht: morgen“, antwortete Schröder.

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