Sport : Zwei aus drei

Japan und Australien spielen Asiens Meister aus

Entscheidung vom Punkt. Japan siegte im Halbfinale im Elfmeterschießen. Foto: Reuters
Entscheidung vom Punkt. Japan siegte im Halbfinale im Elfmeterschießen. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Berlin - Für einen kurzen Moment schien Eiji Kawashima sein Glück nicht fassen zu können. Wie angewurzelt stand der Torwart der japanischen Nationalmannschaft an der Strafraumlinie, ehe er sich am kollektiven Jubel seiner Mitspieler beteiligte. Soeben hatte Japans Yasuyuki Konno den entscheidenden Elfmeter verwandelt und Kawashima war wohl noch immer überrascht, dass er beim Duell mit den südkoreanischen Schützen drei Mal ohne Gegentreffer blieb. Es war das kuriose Ende eines denkwürdigen Spiels, welches nach 120 Minuten keinen Sieger gefunden hatte.

Kritisch betrachtet war das Halbfinale zwischen Japan und Südkorea das einzige Spiel, welches den Zuschauern vom Asien-Cup in Erinnerung bleiben wird. Heute geht das Turnier in Doha zu Ende, im Finale stehen sich Japan und Australien mit dem deutschen Trainer Holger Osieck gegenüber (16 Uhr, live bei Eurosport 2). Dass mit Japan und Australien zwei Favoriten im Endspiel stehen, ist keine Überraschung. Noch immer sind die Qualitätsunterschiede im asiatischen Fußball groß, das hat der Asien-Cup gezeigt. „Am Ende spielen immer die gleichen Mannschaften um den Titel“, sagt Guido Buchwald. Buchwald war drei Jahre als Spieler in Japan tätig, später arbeitete er dort als Trainer.

Dabei sah es vor einiger Zeit noch so aus, als würde sich die Spitzengruppe in Asien verbreitern. 2007 gewann der Irak völlig überraschend den Asien-Cup und auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Südafrika ließ Außenseiter Nordkorea die etablierten Teams aus Saudi-Arabien und dem Iran hinter sich. Doch der Aufstand der Kleinen war nur von kurzer Dauer. Zu stark präsentierten sich Japan, Australien und auch Südkorea beim Turnier in Katar. Gegen Stars wie Shinji Kagawa (Japan), Ji-Sung Park (Südkorea) oder Tim Cahill (Australien) hatten die Konkurrenten aus Indien oder Syrien kaum eine Chance. „Japan und Südkorea verfügen über die besten Strukturen in Asien. In diesen zwei Ländern wird Fußball am professionellsten betrieben“, sagt Buchwald. Dies bestätigen die Erfolge auf Klubebene. Seit acht Jahren gibt es mit der „Asian Champions League“, ein Pendant zur europäischen Champions League. Bisher kam der Sieger nur drei Mal nicht aus Japan oder Südkorea.

Aus dem Zweikampf wurde ab 2006 zumindest bei den Nationalmannschaften ein Dreikampf. In diesem Jahr verließ Australien den ozeanischen Verband (OFC) und wechselte nach Asien. Die Chance, sich dauerhaft für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, erschien den Verantwortlichen in Asien größer als in Ozeanien. Dort hatte man mit Gegnern wie den Fidschi-Inseln zwar leichtes Spiel, scheiterte später aber wiederholt in der Relegation an der starken Konkurrenz aus Südamerika. „Dem asiatischen Fußball tut der Beitritt von Australien gut“, findet Guido Buchwald. „Die Mannschaft ähnelt von ihrem Stil europäischen Teams, was den Asiaten mit Hinblick auf die Weltmeisterschaft entgegen kommt.“

Buchwalds Freude über Australiens Beitritt dürften nicht alle teilen. Usbekistan etwa verlor sein Halbfinale gegen die Spieler von Holger Osieck mit 0:6.

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