Sport : Zwei, die alle überstrahlen

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Wer es nicht glauben mag, dem erklärt es das spanische Fernsehen noch einmal in aller Deutlichkeit. „Die besten Spieler der Welt in der besten Liga der Welt“, heißt es in einem Vorspann, den das spanische Pay-TV vor den Spielen der Primera Division ausstrahlt. Als Beweis werden dann noch einmal Cristiano Ronaldo und Lionel Messi in überdimensionaler Größe eingeblendet. Sie sind die großen Stars der Liga und vor allem ihretwegen wird das heutige Duell zwischen Real Madrid und Meister FC Barcelona in der spanischen Presse als das „Spiel des Jahrtausends“ gefeiert.

Dabei vergessen die iberischen Journalisten nur allzu gern, dass Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in dieser Saison mit ihren Vereinen so sehr strahlen, dass alle anderen in ihrem Glanz förmlich verblassen. Der aktuelle Vorsprung des punktgleichen Spitzenduos auf den Drittplatzierten FC Valencia beträgt ganze 21 Punkte – spannend ist anders. Am Tabellenende sieht es nicht viel besser aus. Bereits im Januar war Schlusslicht CD Xerez derart abgeschlagen wie in Europa sonst nur Hertha BSC. Wenn eine größere Überraschung ausbleibt, werden am Saisonende die seit Wochen am Tabellenende klebenden Mannschaften aus Xerez, Valladolid und Teneriffa in die Zweite Liga absteigen.

Von dem Zweikampf zwischen Real Madrid und Barcelona einmal abgesehen, fehlt es der spanischen Liga in diesem Jahr an Spannung. Nicht zuletzt, weil die beiden Giganten aus den Metropolen des Landes über finanzielle Möglichkeiten verfügen, von denen der Rest der Liga nur träumen kann. Als Antwort auf Barcelonas Triumphe kaufte Reals neuer Präsident Florentino Perez im vergangenen Sommer kurzer Hand eine Weltauswahl zusammen, um die Hegemonie des Dauerrivalen zu brechen. Dafür wurde Perez auch außerhalb Madrids bejubelt. Im Endeffekt aber hat sich dadurch eine eigene Zweier-Konkurrenz innerhalb Spaniens gebildet. Der Klassiker Real gegen Barça ist das folgerichtige Endspiel einer der vorhersehbarsten Ligen der Welt. Auch wenn das heute in Spanien niemand hören mag.

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