Sport : Zwei Klubs geben auf - Eintracht holt Ukrainer

Karsten Doneck

Die geplante Tour nach Holland geht richtig ins Geld. Fahrt, Unterkunft, Verpflegung - das verschlingt für eine kleine Reisegruppe wie die des BC Eintracht Südring gut und gerne rund 11 000 Mark. Eine Summe, die der Klub nicht so einfach auftreiben kann. Und deshalb ist zurzeit noch höchst fraglich, ob der Berliner Badminton-Bundesligist den im österreichischen Dornbirn gewonnenen Europapokal am letzten August-Wochenende in Holland überhaupt verteidigen wird. Notfalls, so überlegt die Vereinsführung, soll unter Freunden und Förderern ein Spendenaufruf gestartet werden. Geht der Deutsche Badminton-Meister vielleicht am Bettelstab?

Zweifellos kränkelt die Badminton-Bundesliga. Für die nächste Saison haben sich bereits zwei Klubs aus dem Oberhaus zurückgezogen. Der Berliner SC und Fortuna Regensburg verzichten mehr oder weniger freiwillig auf ihre Zugehörigkeit zur ersten Klasse. Dem BSC fehlt das Geld, die Regensburger kapitulieren aus einem Mangel an Erfolgsaussichten. "Das Leistungsgefälle in der Bundesliga wird sich, vor allem durch den Rückzug der Regensburger, verschärfen", befürchtet Manfred Weißbach, stellvertretender Vorsitzender der Eintracht.

Sein Klub ist da vergleichsweise sogar noch wohlauf. Wenngleich wieder ein enormer Kraftakt nötig sein wird, um den angedachten Saisonetat von rund 200 000 Mark auf die Beine zu stellen. Der Sonderposten Europapokal, jene erwähnten 11 000 Mark, sind in dieser Summe nicht enthalten. Erst einmal hat sich Eintracht-Manager Rainer Behnisch ohnehin um den sportlichen Bereich gekümmert und flink gehandelt. Von Fortuna Regensburg wurde der ukrainische Abonnementsmeister Wladislaw Druzhchenko verpflichtet. Der 27-Jährige stand bei den Europameisterschaften sowohl im Einzel als auch im Mixed im Viertelfinale. "Ein Weltklasse-Allroundspieler", schwärmt Behnisch geradezu von Druzhchenko. "Durch ihn werden die Leistungsdichte und Flexibilität unserer Mannschaft erheblich verbessert." Druzhchenko wird auch in Sydney dabei sein.

Mit Peter Axelsson (33) hatte die Eintracht zuvor bereits einen schwedischen Nationalspieler verpflichtet. Axelsson, der früher schon für den Berliner Klub spielte, zählt zur Weltspitze im Mixed und im Doppel. 1993 war er WM-Dritter im Doppel. In dieser Besetzung muss die Eintracht wieder mit der Favoritenrolle beim Kampf um die Meisterschaft leben. Weißbach warnt jedoch: "Auch mit VfB Friedrichshafen, Uerdingen und Wiesbaden ist in der nächsten Saison zu rechnen."

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