Sport : Zwei Mann, ein Pokal

13 Jahre nach dem Weltmeisterschaftssieg von Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner besitzt der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) wieder ein Gold-Doppel. Timo Boll und sein Klubkollege Zoltan Fejer-Konnerth aus Gönnern, der zum derzeitigen Zweitliga-Spitzenreiter TTC Karlsruhe-Neureut wechseln wird, wurden Europameister. Im zweiten Finale am Sonnabend in Zagreb siegte das Noch-Vereins-Duo unerwartet klar mit 4:0-Sätzen gegen Lucjan Blaszczyk/Tomasz Krzeszewski aus Polen. Es war nach zwei Mal Silber im Team-Wettbewerb der erste Europameisterschafts-Titel für den DTTB in Zagreb und das dritte Edelmetall für Boll, der im Einzel Silber sicher hat.

Im Damen-Einzel dominierte die für Luxemburg spielende Chinesin Ni Xialian mit 4:1 gegen Krisztina Toth (Ungarn) vom Bundesligisten TV Busenbach zum zweiten Mal nach 1998 in einem EM-Finale. Sie trat damit die Nachfolge von Qianhong Gotsch (Betzingen) an, die nach ihrem Sieg 2000 in Bremen aus dem deutschen Nationalteam zurückgetreten war.

Nach dem Doppel-Finale hatte der Weltranglisten-Sechste Boll auch das Finale im Herren-Einzel erreicht. Gegen den Österreicher Werner Schlager wehrte der 21-Jährige einen Matchball ab, bevor er ihn in einem dramatischen Spiel mit 4:3 Sätzen besiegte.Boll überstand als einziger Favorit das Viertelfinale. Der an Nummer 1 gesetzte Weißrusse Wladimir Samsonow, Titelverteidiger Peter Karlsson aus Schweden und dessen Landsmann Jan-Ove Waldner scheiterten. Boll trifft im Endspiel heute um 17.00 Uhr auf Kalinkos Kreanga aus Griechenland, der den Kroaten Zoran Primorac im anderen Halbfinale schlug.

"Das war Timos Tag. Auf diesen Moment haben wir uns zielgerichtet vorbereitet und ihn deshalb auch nicht für das Mixed nominiert", freute sich DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig über den Erfolg. Nach dem anteiligen EM-Titel von Roßkopf, der 1998 mit seinem damaligen Düsseldorfer Teamkollegen Samsonow das Doppel gewann, sind der 21-jährige Linkshänder Boll und der zwei Jahre ältere Rechtshänder Fejer-Konnerth das erste reine DTTB-Duo, das in der 44-jährigen Geschichte von Europameistschaften im Tischtennis die Goldmedaille gewann.

Der Erfolg der beiden Freizeit-Golfer kommt nicht unerwartet. Sie waren in Zagreb auf Position 2 gesetzt und harmonierten im Finale prächtig. "Rechts und links passt vom System zusammen. Beide gehen sich so aus dem Weg. Timo ist der komplette Spieler mit guten Aufschlägen, Zoltans Stärke sind die kreativen Rückschläge", sagte Schimmelpfennig. Die neuen Europameister hatten sich mit einem hart umkämpften 4:2 gegen Trinko Keen/Danny Heister (Niederlande) für das Duell gegen die polnischen Doppel-Spezialisten qualifiziert.

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