Sport : Zwei Nackenschläge und ein Schubser

Aufsteiger Frankfurt feiert in Nürnberg den vierten Sieg im vierten Spiel und stellt einen neuen Startrekord auf.

Foto: dapd
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Nürnberg - Nach dem erneut siegreichen Auftritt seiner Mannschaft kam Armin Veh aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. „Wenn ich einen Hut aufhätte, würde ich ihn ziehen“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 2:1 (1:0) am Freitagabend beim 1. FC Nürnberg. Vier Spiele, vier Siege – auch Sportdirektor Bruno Hübner konnte den besten Start eines Aufsteigers in der 50-jährigen Bundesliga-Historie noch gar nicht richtig glauben: „Wir freuen uns einfach und genießen es. Aber wir wissen genau, wo wir hingehören und welchen Zweck diese Punkte haben.“

Frankfurt agierte mit erstaunlicher Souveränität in der Defensive – und wenn doch mal etwas auf das Tor kam, hielt Keeper Kevin Trapp, was zu halten war. Und bei ihren eigenen Angriffszügen wussten die gegnerischen Abwehrspieler ein ums andere Mal gar nicht, wie ihnen geschah. Da lag vielleicht das einzige Manko der Hessen an diesem ansonsten perfekten Fußball-Abend. „Wir hätten den ein oder anderen Konter anständig zu Ende bringen können“, erkannte Hübner.

Das war es dann aber auch schon mit der Kritik. Zwar war schon nach 20 Minuten Vehs taktisches Konzept nach den frühen Ausfällen von Kapitän Pirmin Schwegler (Platzwunde am Kopf) und Stürmer Olivier Occean (Zerrung) dahin. Doch auch davon ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen. „Wir haben zwei Nackenschläge hinnehmen müssen und trotzdem richtig gut gespielt“, freute sich Veh. Und wie. Nur vier Minuten nach seiner Einwechslung war Erwin Hoffer zur Stelle und markierte das 1:0. Mit der Führung im Rücken agierte Frankfurt endgültig wie ein Spitzenteam. Zwar kamen die Franken, die nach dem Gegentor einige Minuten sichtlich geschockt waren, nach und nach zurück und hatten ihrerseits gute Chancen. Doch nach dem Seitenwechsel tanzte Frankfurts überragender Japaner Takashi Inui die Nürnberger Abwehr aus und sorgte mit seinem Treffer für die Vorentscheidung. Nürnbergs Sebastian Polter konnte noch verkürzen, ernsthaft geriet der vierte Sieg der Hessen aber nicht mehr in Gefahr.

Die Franken haderten nach ihrer ersten Saisonniederlage mit Schiedsrichter Felix Zwayer, der kurz vor der frühen Führung der Gäste Gnade gegenüber dem bereits verwarnten Eintracht-Abwehrspieler Carlos Zambrano walten ließ. Diese und andere strittige Szenen brachten Nürnbergs Trainer Dieter Hecking derart in Rage, dass er kurz nach dem Schlusspfiff Bruno Hübner wütend wegschubste. Die Entschuldigung in der Kabine folgte prompt – und eine Einsicht: „Die Eintracht war unter dem Strich das eine Tor besser.“dpa/dapd

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