Sport : Zwei Punkte verspielt, einen gewonnen

Hertha BSC schafft durch zwei Tore von Marko Pantelic ein 2:2-Unentschieden bei Mainz 05

Friedhard Teuffel[Mainz]

Das Beste hatte sich Marko Pantelic lange aufgehoben. 88 Minuten waren schon gespielt, und seine Mannschaft Hertha BSC schien beim FSV Mainz 05 nichts mehr ausrichten zu können. Die Berliner lagen 1:2 zurück, doch so einfach wollte sich der Stürmer nicht geschlagen geben. Als Ellery Cairo mit dem Ball an der Seitenlinie nach vorne stürmte, wollte Pantelic keine Zeit mehr verlieren: „Zehn Sekunden lang habe ich gedacht: Flank doch, flank doch!“ Als Cairo ihm dann den Ball in den Strafraum zuspielte, stieg Pantelic in die Luft und köpfte aus zwölf Metern in den Winkel. Es war ein besonders schönes Tor, weil Pantelic so dynamisch sprang wie ein Leichtathlet und dabei eine so gute Haltung hatte wie ein Turner. Das Prädikat „Weltklasse“ erhielt Pantelic dafür gleich von einer ganzen Jury, seinem Trainer Falko Götz, Herthas Manager Dieter Hoeneß, aber auch vom Mainzer Trainer Jürgen Klopp: „Dieses Tor war so nicht zu verhindern.“

Seiner Mannschaft hat Pantelic dadurch einen wichtigen Punkt gerettet, einen, der auch auf dem internationalen Markt noch eingelöst werden könnte. Die Berliner sind durch das 2:2 in Mainz wieder auf den fünften Platz vorgerückt und hoffen weiter auf die Teilnahme im Uefa- Pokal. „Wir sind sehr froh, dass wir diesen Punkt geholt haben“, sagte Götz. Über Pantelics Tor dürfte er auch noch aus einem anderen Grund glücklich gewesen sein. Es hat seine Autorität als Trainer bestätigt. „Ich habe ihm ziemlich ernsthaft empfohlen, auch auswärts mal ein Tor zu machen“, hatte Götz seinem Stürmer in dieser Woche gesagt. Bisher hatte Pantelic siebenmal im Olympiastadion getroffen, aber noch nicht in der Fremde. Die Empfehlung seines Trainers hat er sich jedoch zu Herzen genommen. In Mainz wurden es gleich zwei Tore. Schon den Treffer zum 1:0 kurz vor der Pause hatte Pantelic erzielt, ebenfalls mit dem Kopf. „Ich wäre glücklicher, wenn wir heute gewonnen hätten, aber 2:2 ist das richtige Ergebnis für dieses Spiel“, sagte er.

Seine Tore waren jedenfalls ein schöner Rahmen für ein gutes Bundesligaspiel. Es war wohl auch deshalb so unterhaltsam, weil es sich beide Mannschaften so gerecht untereinander aufgeteilt hatten. In der ersten Halbzeit traf für die Mainzer zwar Antonio da Silva mit einem Freistoß das Lattenkreuz, und Mohamed Zidan hätte alleine vor Herthas Torwart Christian Fiedler das 1:0 erzielen können. Insgesamt waren die Berliner jedoch ein bisschen energischer. Sogar Marcelinho kam zum Torschuss, zog aber knapp vorbei. Der Brasilianer war ansonsten alles andere als intensiv am Berliner Spiel beteiligt und wurde in der 73. Minute ausgewechselt. „Ihm fehlt zurzeit das Zutrauen“, sagte Hoeneß. Vertrauen in die Kollegen könnte er aber ruhig haben, denn sie spielen gerade auf einem ordentlichen Niveau, allen voran Marcelinhos Nebenmann Yildiray Bastürk. Auch er hatte in der ersten Hälfte Gelegenheit zum Führungstreffer, erfüllt hat diese Aufgabe schließlich Marko Pantelic.

In der zweiten Halbzeit wollten die Berliner aus der zufriedenstellenden ersten Halbzeit ein bisschen mehr machen. „Wir wollten schnell auf die Entscheidung drängen“, sagte Götz. Ein Pfiff von Schiedsrichter Wolfgang Stark durchkreuzte diesen Plan sehr schnell. In der 52. Minute entschied er auf Strafstoß, nachdem Arne Friedrich im Zweikampf Michael Thurk zu Fall gebracht hatte. Thurk verwandelte den Elfmeter selbst.

Fortan spielten die Mainzer bei 15 Grad im ausverkauften Bruchwegstadion ein bisschen Frühlingsfußball. Sie ließen sich auch nicht von verletzungsbedingten Ausfällen vom Weg abbringen. Sowohl da Silva als auch Zidan mussten ausgewechselt werden. Zidan wird wegen eines gerissenen Innenmeniskus mehrere Wochen ausfallen, und auch da Silva hat es mit einem Kapselriss im Sprunggelenk schwer getroffen. Conor Casey vertrat Zidan immerhin würdig und erzielte in der 78. Minute das 2:1. Das ließ für die Schlussphase ein energisches Anrennen der Berliner auf das Mainzer Tor erwarten. Aber so kam es nicht. Ein ums andere Mal scheiterten die Berliner schon in der eigenen Hälfte. Nur gut, dass Marko Pantelic am Ende noch etwas für Hertha übrig hatte.

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