Sport : Zwei Seelen

Warum Alba den Heimvorteil dringend benötigt

Benedikt Voigt

Berlin – Es ist noch nicht klar, wie heute Nachmittag das Gelände um die Max-Schmeling-Halle aussehen wird. Vor jenem Ort, an dem der Basketballklub Alba Berlin seine Heimspiele austrägt, liegt der Mauerpark, und in diesem hat es in den vergangenen Jahren zur Walpurgisnacht stets Ausschreitungen und Randale gegeben. Nur 15 Stunden nach der diesjährigen Walpurgisnacht empfängt Alba zum letzten Heimspiel der regulären Saison TBB Trier (15 Uhr). Henning Harnisch glaubt allerdings, dass die vorhergehende Nacht das Spiel nicht beeinträchtigen wird. „Wir spielen ja erst am Nachmittag, die Leute brauchen keine Angst haben, wenn sie zum Spiel kommen“, sagt Albas Teammanager, „die Voraussetzungen für ein schönes Spiel sind gut.“

Die Voraussetzungen für ein wichtiges Spiel auch. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft von Trainer Henrik Rödl Platz eins nach der Hauptrunde sicher. Das ist in dieser Saison besonders wichtig, da Alba offenbar zwei unterschiedliche Mannschaften aufbietet: ein Heim- und ein Auswärtsteam. Zu Hause hat Albas Team in der Bundesliga kein Spiel verloren, das Team aber, das auswärts spielt, verlor bereits acht Mal. So empfiehlt sich für die Berliner besonders, Platz eins zu sichern und damit den Heimvorteil in den Play-offs bis in ein mögliches Finale. Als Gegner im Viertelfinale kommen Oldenburg, Ludwigsburg oder Bonn in Frage.

„Es wäre auch psychologisch wichtig, als Erster in die Play-offs zu starten“, sagt Harnisch, „nach dieser Saison ...“ Alba musste bereits das frühe Ausscheiden im Uleb-Cup, die Entlassung des langjährigen Trainers Emir Mutapcic und die positive Doping-Probe von Michael Wright sowie das Ausscheiden im Pokal verkraften. „Dann können wir sagen, es ist sehr viel passiert, und wir sind trotzdem Erster.“ Allerdings garantiert der erste Platz nach der Hauptrunde kein erfolgreiches Abschneiden in den Play-offs. In der vergangenen Saison belegte Alba nach der Hauptrunde Platz eins - und schied im Halbfinale gegen Bamberg aus. In dieser Saison sind die Play-offs auch für die Zukunft von Alba wichtig. Scheidet Alba frühzeitig aus, könnte sogar die Qualifikation für den Uleb-Cup gefährdet sein. Andererseits ist auch die Qualifikation für die Europaliga noch möglich, das eigentliche Saisonziel.

Deshalb wird Alba vor den Play-offs ein Trainingslager in Mallorca beziehen. Zuletzt hatte sich das Team stets in Bad Saarow vorbereitet, wo Albas Präsident Dieter Hauert ein Hotel besitzt. Zu den Gründen für das Trainingslager will sich der Klub erst nach dem heutigen Spiel äußern. Auf Mallorca soll auch Mithat Demirel wieder dabei sein, der nach seiner Operation einen erneuten gesundheitlichen Rückschlag verkraften musste.

Obwohl es für Trier um nichts mehr geht, tritt der Verein heute mit seiner kompletten Mannschaft an. Das ist in dieser Saison in der Basketball-Bundesliga durchaus bemerkenswert, hat doch Leverkusen Denis Wucherer und Sven Schultze ziehen lassen, um deren Gehälter zu sparen. Braunschweig machte es mit Pete Lisicky ebenso. Einige monierten bereits die Wettbewerbsverzerrung. Harnisch sieht das ähnlich: „Das ruft nach einer neuen Regelung.“

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