Sport : Zwei Spätstarter in Paris Deutsche Qualifikanten siegen bei French Open

Petra Philippsen

Paris - Julian Reister hatte das Erfolgsrezept schnell ausgemacht, das ihn am Montag bei den French Open zu seinem überraschenden Auftaktsieg über den Spanier Feliciano Lopez geführt hatte: „Der kannte mich gar nicht.“ So mochte es auch den meisten deutschen Tennisanhängern ergangen sein, ebenso wie den Zuschauern auf der Tribüne von Roland Garros. Da spielte der Qualifikant Reister als Weltranglisten-165. zum ersten Mal im Hauptfeld eines Grand Slams und verblüffte auf Anhieb, als er mit 6:1, 7:6 und 6:2 die Nummer 31 der Rangliste bezwang. „Er war ganz klar der Favorit“, sagte Reister später, denn das Schlägerwerfen und die Wutausbrüche des Spaniers waren schließlich seiner guten Leistung geschuldet. 24 Jahre ist Reister bereits alt, also kein Neuling mehr auf der Profitour, und steht doch erstmals im Rampenlicht. Stetig arbeitete sich der Hamburger in der Rangliste nach oben und sammelte mühsam Punkte bei zweitklassigen Challenger-Turnieren. Oft spielte Reister auch in der Qualifikation zu großen Turnieren gut, doch der nächste Schritt wollte nicht gelingen.

Finanziell komme er dank einiger Sponsoren ganz gut über die Runden, fügte er hinzu, weiß aber, dass er anderswo wohl mehr verdienen würde: „Aber ich liebe das, was ich tue. Und solange es geht, möchte ich es auch weiter machen.“ In Paris zumindest muss noch nicht Schluss sein, wenn er am Mittwoch gegen den belgischen Routinier Olivier Rochus antritt. Bei Reister scheint der Knoten geplatzt zu sein.

Genauso wie bei seinem Freund und Trainingspartner Tobias Kamke, der schon am Sonntag durch einen souveränen Sieg über den Franzosen Stephane Robert in die zweite Runde eingezogen war. Gestern folgte ihm Philipp Kohlschreiber, Mischa Zverev und Benjamin Becker hingegen schieden aus. Für den ebenfalls 24-jährigen Lübecker Kamke war es in Paris das zweite Mal, dass er sich für das Hauptfeld eines Grand Slams qualifizierte, dennoch erging es ihm bislang ähnlich wie Reister. Das könnte sich nun ändern. „Ich habe mich im letzten halben Jahr stark verbessert“, sagte Kamke. Dennoch sei er gegen den Spanier Albert Montañes nun krasser Außenseiter und wolle die Partie einfach nur genießen: „Ich habe ja nichts zu verlieren.“ Petra Philippsen

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