Sport : Zwei Spiele, zwei Siege

Saisonstart gelungen: Albas Basketballspieler gewinnen in Gießen 84:71

Tim Kunz[Gießen]

Zwei Minuten vor Schluss kamen die Basketballspieler der Gießener 46ers Alba Berlin noch einmal bedrohlich nahe. Dreimal in Folge hatten sie Gelegenheit, den Favoriten in Bedrängnis zu bringen. 73:69 stand es vor 2500 Zuschauern in der Sporthalle Gießen für die Berliner. Der Favorit aus Berlin wankte, fiel aber nicht. Das hatte die Mannschaft von Trainer Emir Mutapcic vor allem Center Jovo Stanojevic zu verdanken hatte. Als der 2,07 Meter große Serbe 110 Sekunden vor Schluss entschlossen bei einem Offensivrebound zupackte und den Ball im Gießener Korb unterbrachte, war der Gießener Traum von einer Wiederholung des Vorjahrescoups gegen Alba geplatzt. 84:71 gewann Alba am Ende.

Daran hatte Stanojevic großen Anteil. Mit seinen entscheidenden Körben sorgte er dafür, dass die Schlussminute eine leichte Übung für die Mannschaft um den neuen Kapitän Mithat Demirel war. „Ich bin zufrieden, dass wir unsere ersten zwei Spiele gewonnen haben“, sagte Alba-Coach Emir Mutapcic. Der Saisonstart ist geglückt.

Während Mutapcic mit dem Ergebnis einverstanden war, zeigte sich der Berliner Trainer von der Leistung seines Teams wenig angetan. „Wir haben schlecht gespielt. Ich kann bei 23 Ballverlusten nicht zufrieden sein.“ Zudem bemängelte Mutapcic, dass seiner Mannschaft in der Abwehr beim ersten Schritt die Spritzigkeit gefehlt habe. „Wir wissen jetzt, wo unsere Probleme liegen“, bilanzierte der Alba-Trainer.

Dabei hatte zunächst alles nach einem ungefährdeten Sieg der Gäste ausgesehen, bei denen im ersten Viertel, das 23:14 endete, Michael Wright mit neun Punkten das Spiel prägte. Nachdem die Berliner zwischenzeitlich bis auf 30:19 davongezogen waren, machte sich beim Gießener Publikum schon Ernüchterung breit. 25:36 stand es, bevor die Gastgeber mit einem 12:0-Lauf in der 32. Minute erstmals mit 37:36 in Führung gingen. Diese konnte sie sogar auf 50:46 (27.) ausbauen, was Mutapcic an der Seitenlinie dazu verleitete, nervös sein Sakko zurechtzuzupfen. Danach konnten die Berliner aber vor allem durch ihre Dreierschützen Stefano Garris (14 Punkte) und Matej Mamic (12) und ihre Dominanz unter dem Korb dem Spiel eine abermalige Wendung geben. Die entscheidenden Punkte erzielte am Ende der starke Center Stanojevic, der insgesamt auf 18 Treffer kam.

„Wir wussten, dass es schwer werden wird, in Gießen zu gewinnen“, sagte Albas Kapitän Mithat Demirel, der sich mit dem früheren Berliner Heiko Schaffartzik harte Duelle lieferte. Dem Spiel konnten beide aber nicht ihren Stempel aufdrücken. „Der Berliner Sieg geht in Ordnung. Unser Spiel war ganz gut. Bei uns hat etwas das Glück gefehlt“, sagte Schaffartzik, der mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden war, „weil ich viel besser spielen kann“. Treffend fiel die Analyse von Albas Vizepräsident Marco Baldi aus: „Das Spiel war enger, als das Ergebnis aussagt, weil wir uns von der Hektik in der Halle haben anstecken lassen. Aber Stanojevic hat Gießen letztlich den Zahn gezogen.“

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