Sport : Zwei Trainer, eine Philosophie

Was Eisbären-Coach Pierre Pagé mit seinem Kölner Kollegen Hans Zach verbindet

C. Mitatselis/C. Vetter

Köln/Berlin - Pierre Pagé schaut auf seinen Zettel. Nummern sind dort aufgelistet, Rückennummern der Kölner Haie, Pagé interessiert sich für die jungen Spieler. „Der Gogulla ist schon richtig gut“, sagt der Trainer der Eisbären. „Torwart Greiss hat momentan die beste Fangquote der Liga. Und das mit 19.“ Pagé hat die voraussichtliche Aufstellung des heutigen Gegners der Eisbären (19 Uhr 30, Sportforum) zu Papier gebracht. Mit einer gewissen Wertschätzung für die Arbeit seines Kölner Kollegen. Denn Hans Zach ist neben Pagé der Trainer in der Deutschen Eishockey-Liga, bei dem junge deutsche Spieler eine echte Chance bekommen.

Mögen Arbeitsweisen und Auftreten des eloquenten Kanadiers Pagé und des eckigen Bayern Zachs oft so unterschiedlich sein wie die Spielsysteme beider Trainer – Pagé lässt bevorzugt offensiv agieren, Zach defensiv –, mitunter ähneln sich ihre Anschauungen doch. Beide wollen etwas im deutschen Eishockey bewegen.

Das heutige Spiel wird dann auch ein junges Vergnügen, besonders in den Toren: Bei den Haien wird Greiss, der den verletzten Oliver Jonas zuletzt vorzüglich vertrat, spielen und bei den Eisbären mit Dschunussow oder Ziffzer ebenfalls ein 19-Jähriger im Tor stehen. Im Sturm haben die Haie laut Zach mit dem 18 Jahre alten Philip Gogulla „das größte Talent seit Marco Sturm“. Bei den Berlinern ist die Zahl stürmender Teenager noch größer – allerdings hat Pagé noch keinen neuen Superstar entdeckt. Trotzdem denkt der Trainer ungern an die noch fünf freien Ausländerstellen. „Wir haben die Latte sehr hoch gelegt mit unserem jungen Team“, sagt er. „Wenn wir jetzt erfahrene Spieler holen, legen wir sie niedriger.“

Derartiges lässt sich für Pagé leicht sagen, spätestens seit dem Gewinn der Meisterschaft ist er bei den Eisbären ohne Kritiker. Auch eine Parallele zu Zach. Denn der Trainer ist in seinem Klub bislang unumstritten, trotz schwachen Saisonstarts. „Wir haben zwar drei Heimspiele verloren, aber gut agiert“, sagt Geschäftsführer Thomas Eichin. „Ich bin nicht unzufrieden mit der Mannschaft.“

Gemessen am bisherigen Saisonverlauf, sollte Eichin heute nicht unzufriedener werden. Denn die Eisbären sind heimstark. Für Pagé wäre ein Sieg gegen Köln schon der vierte Erfolg im vierten Heimspiel – wenige Tage, nachdem er sozusagen mit Hans Zach verloren hat: Beide Trainer interessierten sich für einen Nebenjob als österreichischer Nationaltrainer, der nun an den Kanadier Jim Boni vergeben wurde.

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