Sport : Zwei Tschechen entlastet, eine Inderin überführt

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Helsinki Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat mit Unverständnis und Empörung auf den Umgang mit dem Fall der tschechischen Zehnkämpfer Roman Sebrle und Tomas Dvorak bei der Weltmeisterschaft in Helsinki reagiert. „Das ist ein Witz. Uns geht es nicht um eine Disqualifikation, sondern darum, dass das richtig eingeordnet wird“, sagte DLV-Sportdirektor Frank Hensel. Die IAAF hatte die „medizinische Unterstützung“ von Vizeweltmeister Sebrle und Dvorak am vergangenen Mittwoch vor dem 1500-Meter-Lauf mit jeweils 20 Milliliter Traubenzucker-Lösung als zulässig eingestuft. Dabei beruft sich die IAAF auf ihre Wettkampfregel 144. „Es gab keinen Regelbruch“, sagte IAAF-Sprecher Nick Davies nach einer Council-Sitzung am Samstag.

Zugleich wurde bekannt gegeben, dass die unmittelbar nach dem 1500-Meter-Lauf vorgenommenen Doping-Tests von Sebrle und Dvorak negativ ausgefallen sind. „Einen Hinweis auf eine Manipulation gibt es nicht“, hieß es in einer IAAF-Mitteilung. Auch ein zusätzlich bei Olympiasieger Sebrle veranlasster Bluttest habe keine auffälligen Ergebnisse gezeitigt.

Unterdessen wurde die indische Diskuswerferin Neelam Jaswant Singh des Dopings überführt und vorläufig suspendiert. Bei einer Wettkampfkontrolle nach der Qualifikation am 7. August wurde das verbotene Stimulanzmittel Pemoline gefunden, teilte der Weltverband IAAF am Samstag mit. Singh war mit einer Weite von 56,70 Meter ausgeschieden. Der Inderin droht nun eine Doping-Sperre von zwei Jahren. Es war der erste positive Test der WM, bei der bis zum Sonnabend rund 900 Kontrollen vorgesehen waren. dpa

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