Zwei Türme zum Sieg : Alba gewinnt in der Euroleague 87:82 in Chalon

Alba Berlin hat in der Euroleague einen großen Schritt in Richtung der Runde der besten 16 gemacht. Durch den dritten Sieg bei vier Niederlagen behaupteten die Berliner den wichtigen vierten Platz, der noch zum Einzug in die nächste Runde berechtigt.

Yassin Idbihi (li.) gegen Chalon's Jean Baptiste Michel.
Yassin Idbihi (li.) gegen Chalon's Jean Baptiste Michel.Foto: AFP

Für die entscheidende Phase hatte sich Sasa Obradovic eine kleine Überraschung aufgehoben. Im Schlussviertel des Euroleague-Spiels beim Französischen Meister Chalon schickte Alba Berlins Trainer seine beiden Center Yassin Idbihi und Albert Miralles gemeinsam aufs Feld. Die in dieser Saison von Alba noch nie gezeigte Zwei-Türme-Taktik ging auf, die Berliner Basketballer standen in der Defensive hervorragend und konnten sich entscheidend absetzen. Am Ende mussten die Gäste am Donnerstagabend zwar noch zittern, durften sich aber doch noch über einen imminent wichtigen 87:82 (35:33)-Auswärtssieg freuen. „Die Franzosen konnten unsere Großen unter dem Korb nicht halten“, sagte Albas Sportdirektor Mithat Demirel. „Der Sieg bringt uns der nächsten Runde einen Schritt näher.“ Durch die Niederlage müssen die zuvor punktgleichen Franzosen in den verbleibenden drei Gruppenspielen zwei Partien mehr gewinnen als Alba, um die Berliner noch vom vierten Platz zu verdrängen, der in die Zwischenrunde führt.

Zu Beginn hatten die Berliner vor allem mit den Distanzschützen der Gastgeber Probleme, im Angriff leistete sich Alba zu viele Ungenauigkeiten und Ballverluste. Allein Idbihi hielt sein Team mit acht Punkten in Folge im Spiel, am Ende war der Center mit 16 Punkten bester Berliner Werfer. Nach dem ersten Viertel lag Chalon trotzdem 20:15 in Führung.

Auch nach der ersten Pause versuchten sich die Franzosen hauptsächlich mit Dreipunktewürfen, im ganzen Spiel warf Chalon 33 Mal aus der Distanz. Allerdings sank nun die Trefferquote der Gastgeber, Albas Offensive funktionierte besser, die Berliner kamen heran. Zu diesem Zeitpunkt hatte Obradovic auch Rückkehrer Derrick Byars erstmals auf das Feld geschickt, der erst am Dienstag verpflichtete Flügelspieler lieferte ein unauffälliges Debüt ab und blieb in acht Spielminuten ohne Punkt. Nach einem Dreier von Heiko Schaffartzik, dem ersten Distanztreffer der Berliner im Spiel, übernahm Alba mit 31:29 erstmals die Führung. Chalon gelangen im zweiten Viertel auch dank der nun deutlich zupackenderen Verteidigung der Berliner nur zehn Punkte, Obradovic und seine Spieler lagen zur Halbzeit knapp vorn.

Alba Verteidigung wurde noch einmal intensiver, Chalon punktete fast nur an der Freiwurflinie. Auf der anderen Seite machten es sich die Berliner mit weiteren Ballverlusten selber schwer, vor dem Schlussviertel war das Spiel beim Stand von 53:53 ausgeglichen. Dann zauberte Obradovic seine Strategie des doppelten Centers hervor, dreieinhalb Minuten vor Schluss hatte sich Alba auf zehn Punkte abgesetzt. In einer hektischen Endphase kam Chalon mit wilden Dreiern gefährlich heran, die Berliner verloren den Ball mehrfach ohne Not, behielten aber immerhin an der Freiwurflinie die Nerven. 2,3 Sekunden vor Spielende gab es noch einmal große Aufregung, die Schiedsrichter mussten beim Stand von 85:82 Fernsehbilder konsultieren, ehe sie Alba den Ballbesitz zusprachen. Zach Morley, der mit elf Punkten, neun Rebounds und fünf Assists ein starkes Spiel ablieferte, verwandelte 1,8 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe zur endgültigen Entscheidung. (Tsp)

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