Sport : Zwei Wochen für Coast

Ullrich setzt seinem neuen Team eine letzte Frist

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Essen (dpa). Rudy Pevenage, Betreuer von RadOlympiasieger Jan Ullrich, hat dem Team Coast eine Frist von zwei Wochen gesetzt. „Wenn Coast bis zum Monatsende die Lizenz von der UCI nicht zurückhat, müssen wir uns anders orientieren. Jan will schließlich ab dem 8. April wieder fahren. Wir haben mehrere Angebote anderer Rennställe, bis jetzt aber noch nicht konkret verhandelt“, sagte der Belgier am Dienstag. Interesse soll laut Eurosport auch die belgische Mannschaft Quick Step haben.

Nach seinem Abstecher nach Essen fuhr Pevenage am Dienstag zurück in die Toskana, wo Ullrich seit fast drei Wochen für sein Comeback trainiert. Der 29-Jährige will wahrscheinlich Ende der Woche zurückkehren. Am 8. April bei der Sarthe-Rundfahrt in Frankreich will Ullrich seinen Einstand nach 14-monatiger Rennpause geben – und er wird dabei eventuell nicht im Coast-Dress fahren. „Wir haben bereits ein Budget für diese Operation zur Verfügung“, sagte Quick-Step-Sprecher Alessandro Tegner laut Eurosport. Auch Ullrichs Manager Wolfgang Strohband hat sich für einen möglichen Abschied von Coast nach eigener Aussage einen Zeitrahmen gesetzt: „Aber ich nenne keine Daten.“

Pevenage war am Montag bei einem Besuch im Firmensitz Essen versichert worden, dass die Aufhebung der Sperre unmittelbar bevorstehe. Beim Weltverband UCI war davon nichts bekannt. „In Sachen Coast gibt es nach wie vor nichts Neues“, sagte der UCI-Funktionär Alain Rumpf. „Die Angelegenheit liegt jetzt auf der Ebene unserer Rechtsanwälte und der von Coast. Ich kann nicht sagen, wann welche Entscheidung gefällt wird.“ Der Weltverband hatte das Essener Team des Textilhändlers Günther Dahms am 6. März gesperrt, weil angeblich Zahlungen an die Fahrer nicht vollständig oder nicht rechtzeitig geleistet worden seien. Dahms hatte erklärt, dass die fraglichen Zahlungen vollzogen und belegt seien, sodass die Aufrechterhaltung des Fahrverbots einem Berufsverbot für die 25 Profis gleichkomme.

„Es gibt Gesetze, die über UCI-Statuten stehen. Unsere Anwälte agieren jetzt im Sinne von Coast“, sagte Coasts Sprecher Marcel Wüst. Die von seinem Team beauftragte Anwaltskanzlei Osborne und Clarke in Köln teilte zu den Differenzen mit dem Verband mit: „Coast hat den Fahrern alles bezahlt, was ihnen von Rechts wegen zusteht. Das Problem ist, dass die UCI auf Betreiben einiger ausländischer Fahrer weitere Zahlungen beansprucht. Diese stehen den Fahrern nicht zu, da diese Beträge in Deutschland abzuführende Steuern betreffen. Coast ist bemüht, das rechtliche Informationsdefizit seitens des Weltverbandes zeitnah zu beseitigen.“

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