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Zweifel an Motivation : Britta Steffen beendet Schwimm-Karriere

Berlins Ausnahmeschwimmerin Britta Steffen hört auf. Sieben Wochen vor ihrem 30. Geburtstag erklärte die Olympiasiegerin und ehemalige Weltmeisterin ihren Rücktritt. Die Freistil-Weltrekordlerin bezweifelt, dass sie weiter die notwendige Motivation aufbringt.

Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006 in Budapest völlig überraschend groß auf.Weitere Bilder anzeigen
Foto: AFP
14.09.2011 12:18Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006...

Die eindrucksvolle Schwimmlaufbahn von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen endet mit einer völlig unspektakulären E-Mail. In der Mitteilung ihres Heidelberger Managements ließ sich die mehrfache Weltmeisterin am Freitag mit den Worten zitieren: „Ich beende meine Karriere in dem Bewusstsein, zu den Besten der Welt zu gehören.“ 50 Tage vor ihrem 30. Geburtstag stellte Steffen klar, was viele schon geahnt hatten. Sie habe in den letzten Wochen mit sich und ihrem inneren Schweinehund gerungen: „Gezweifelt, ob ich die nötige Motivation und Energie für ein oder sogar drei weitere Jahre im Kampf um Goldmedaillen und Meistertitel aufbringen kann.“ Schließlich hat sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 18 Goldmedaillen von Olympia, WM und EM, auf der Lang- und der Kurzbahn, zieren ihre Sammlung.

Auftritte bei den Heim-Europameisterschaften 2014 in Berlin und bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro waren auch deshalb kein Anreiz mehr für die Blondine. Dabei hatte sie sich in ihrer 18 Jahre dauernden Sportkarriere mehrmals nach längeren Wettkampfpausen in die absolute Weltspitze zurückgekämpft. „Brittas Entscheidung verstehe ich“, sagte ihr langjähriger Trainer und Vertrauter Norbert Warnatzsch. Auch ihr neuer Coach Frank Embacher, der eigentlich neue Reize setzen sollte, meinte: „Ich respektiere diese Entscheidung und kann sie nachvollziehen.“ „Mit Britta Steffen beendet eine große Persönlichkeit und eine außergewöhnliche Schwimmerin ihre Karriere“, befand Lutz Buschkow, der Leistungssport-Direktor des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). „Britta war immer eine Stütze unserer Nationalmannschaft, ein Vorbild für unsere heranwachsenden Talente. Sie hat dem Schwimmsport alles untergeordnet und ist dafür mit vielen großen Erfolgen belohnt worden.“

Die Karriere von Britta Steffen
Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006 in Budapest völlig überraschend groß auf.Weitere Bilder anzeigen
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14.09.2011 12:18Das glaube ich jetzt nicht. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause trumpfte Britta Steffen bei den Europameisterschaften 2006...

In der Stunde des Abschieds spielten all die kleinen Scharmützel rund um Britta Steffen keine Rolle mehr. Im November 2012 etwa hatte sie die Verbandsführung hart kritisiert. Auch durch ihre vorzeitige Abreise bei der WM 2011 in Shanghai machte sie sich keine Freunde. Trotzdem sagte Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes: „Wir würden uns freuen, wenn Britta dem Schwimmsport und dem DSV mit ihrer Erfahrung erhalten bleibt - in welcher Funktion auch immer.“

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Großer Empfang für Britta Steffen

Nach der Medaillen-Nullnummer bei der WM in Barcelona vor knapp zwei Monaten kam das Karriereende nicht gänzlich unerwartet. Steffens Stern war 2006 bei der Europameisterschaft aufgegangen. Sie feierte 2008 in Peking mit Olympia-Gold über 50 und 100 Meter Freistil ihre größten Erfolge. Ein Jahr später holte die im brandenburgischen Schwedt geborene Schwimmerin auch bei den Weltmeisterschaften in Rom mit Weltrekordzeiten die Titel über diese beiden Strecken. Es waren ihre letzten ganz großen Erfolge auf der Langbahn. Im Dezember 2012 gewann sie bei der Kurzbahn-WM in Istanbul letztmals einen internationalen Titel.

Britta Steffen bastelt nun an ihrer zweiten Karriere. Ihr Freund, der Weltrekordler Paul Biedermann, mit dem sie in Halle an der Saale zusammen wohnt, muss künftig allein durch das Schwimmbecken kraulen. Momentan entstünden „konkrete berufliche Pläne“, hieß es vom Steffen-Management. „Und es liegt nahe, die besonderen Talente und Erfahrungen des Leistungssportlers mit dem Fachwissen aus dem Wirtschaftsstudium zu verknüpfen.“ Steffen, bekannt für ihren Siegeswillen, hat ihre im Sport gezeigte Zielstrebigkeit auch schon im Hörsaal gelebt. Sie meisterte ein Studium als Wirtschaftsingenieurin für Umwelt und Nachhaltigkeit. An der Uni in Halle hat sie sich nun für das Studium Human Resource Management (Personalwesen) eingeschrieben. (dpa)

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