Sport : Zweifel an olympischen Dopingtests

Wada: 300 Ergebnisse aus Peking fehlen immer noch

Düsseldorf - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Missstände und Mängel beim Doping-Programm der Olympischen Spielen in Peking verschwiegen. Von den 4770 vorgenommenen Dopingtests fehlen bei 300 immer noch die Unterlagen und Ergebnisse. Dies geht aus dem Abschlussbericht des unabhängigen Beobachterteams der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hervor. Außerdem hat das Doping-Analyselabor in Peking 100 auf Testosteron untersuchte Proben als negativ eingestuft und nicht gemeldet. Damit wurden internationale Test-Standards missachtet.

Die Wada entsendet seit den Spielen im Jahr 2000 in Sydney Experten zur Beobachtung des Doping-Programms bei Olympia. Bemängelt wird in einem 50 Seiten umfassenden Report zu den Peking- Spielen, dass 102 von 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) die Angaben über den Aufenthaltsort ihrer Olympia-Teilnehmer vor den Peking-Spielen nicht mitgeteilt haben. Selbst nach einer Ermahnung hätten nur acht NOKs die Informationen nachgeliefert. Auch die Beteiligung der 28 olympischen Sommersportverbände am vorolympischen so genannten Blutscreening, mit dem Auffälligkeiten durch Doping festgestellt werden kann, war äußerst gering: Nur die vier Weltverbände der Leichtathleten, Radfahrer, Ruderer und Modernen Fünfkämpfer beteiligten sich daran.

Unterdessen hat das IOC angekündigt, die Dopingproben der Olympischen Spiele von Peking nachträglich auch auf Spuren von Insulin untersuchen lassen. Das kündigte IOC-Vizepräsident Thomas Bach an. „Außer auf Cera werden wir auch auf Insulin testen, weil es auch dort ein neues validiertes Verfahren gibt“, sagte Bach. Die Proben soll das Labor in Lausanne analysieren, wohin die etwa 5000 eingefrorenen Tests der Olympischen Spiele gebracht werden. dpa

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