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Zweite Bundesliga : MSV Duisburg erhält keine Lizenz für die kommende Saison

Fußball-Zweitligist MSV Duisburg erhält für die Saison 2013/14 keine Lizenz. Der Klub hat jedoch noch die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Nach dem Ausschluss kam es vor dem Stadion zu Ausschreitungen, dabei wurden Fahnen angezündet.

Wohin geht's in der nächsten Saison? Die Zukunft des MSV Duisburg ist ungewiss.
Wohin geht's in der nächsten Saison? Die Zukunft des MSV Duisburg ist ungewiss.Foto: dpa

Der MSV Duisburg hat den monatelangen Kampf um das finanzielle Überleben vorerst verloren. Der Lizenzierungsausschuss des Ligaverbandes verweigerte dem Fußball-Zweitligisten am Mittwoch die Lizenz für die Spielzeit 2013/14. Das Gremium entschied einstimmig, dass der Club den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die kommende Saison zum Stichtag 23. Mai nicht erbracht hat. „Das ist eine Katastrophe. Keine Ahnung, wie das passieren konnte.

"Wir waren noch in der letzten Woche davon ausgegangen, dass wir die Lizenz bekommen“, sagte der Stadioninvestor und ehemalige Vereinspräsident Walter Hellmich der Nachrichtenagentur dpa. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft brach die Internetseite des Revierclubs zusammen. Gegen diesen Beschluss hat der MSV nun noch die Möglichkeit, innerhalb einer Woche nach Zustellung der schriftlichen Entscheidung das Ständige Schiedsgericht anzurufen. Sobald die Entscheidung rechtskräftig ist, würde der SV Sandhausen als 17. der 2. Bundesliga nicht absteigen und in der Liga verbleiben.

Bei Ausschreitungen verschafften sich einige Personen Zugang zu der Arena, es gab eine vorübergehende Festnahme wegen Verdachts des Landfriedensbruchs, teilte ein Behördensprecher auf Anfrage mit. Bis zu 500 Menschen hatten sich vor dem Stadion versammelt, um ihren Unmut kundzutun. Es seien Fahnen angezündet worden. „Es sieht so aus, als sei der erste Fanzorn verraucht. Die Lage hat sich beruhigt“, sagte der Sprecher am späten Mittwochabend.

Der MSV reagierte mit Überraschung auf das Urteil aus Frankfurt. Der Verein sei weiterhin der festen Überzeugung, die Bedingungen und Auflagen erfüllt zu haben, teilten die Duisburger am Abend mit. „Es fehlen einem die Worte. Die Entscheidung kam aus heiterem Himmel“, sagte MSV-Manager Ivica Grlic dem „Express“. „Und ich glaube nach wie vor daran, dass wir die Lizenz erhalten.“ Die Entscheidung der DFL trifft die Duisburger trotz aller bedrohlichen Vorzeichen unerwartet. Schließlich war man nach wochenlangem Überlebenskampf der Meinung, die Finanzlücke in Höhe von 2,5 bis 3 Millionen Euro im letzten Moment geschlossen zu haben. Ein anstehender Vertrag mit Sportrechtevermarkter Sportfive und eine Finanzspritze von Hellmich schienen die Probleme zu lösen.

Alles deutete auf eine Punktlandung hin: Zehn Minuten vor Fristablauf am vorigen Donnerstag reichte der Club nach Angaben von Geschäftsführer Roland Kentsch die Lizenzierungsunterlagen bei der DFL per E-Mail ein. „Wir gehen davon aus, mit den eingereichten Unterlagen die Bedingungen erfüllt zu haben und damit die Lizenz für die Bundesliga-Saison 2013/14 zu erhalten“, teilte der MSV daraufhin mit.

Mit deutlichen Worten hatte Kentsch vor der Mitgliederversammlung vor zwei Wochen auf die dramatische Lage hingewiesen: „Gelingt es uns nicht, die Finanzlücke zu schließen, wäre eine Insolvenz unausweichlich.“ Mit einer Satzungsänderung war daraufhin den MSV-Investoren mehr Mitspracherecht eingeräumt worden. Zudem stundeten die Stadtwerke Duisburg dem Club Gelder in Höhe von 700 000 Euro. Doch alle diese Versuche reichten nicht aus, um die strengen Linzenzbedingungen der DFL zu erfüllen.

Der Verein hat noch die Gelegenheit Einspruch einzulegen. Die Zusendung der schriftlichen Begründung durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird zu Beginn der kommenden Woche erwartet. Danach kann der MSV innerhalb einer Woche das Schiedsgericht anrufen. (dpa)

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