Zweite Bundesliga : Rückkehr als Chance

Jan Simak will beim Zweitligisten Jena zu seiner alter Form finden. Seine Vergangenheit mit Depressionen und Alkoholsucht sieht er dabei gelassen.

Matthias Koch
Simak
Tschechischer Fußballprofi Jan Simak. -Foto: promo

BerlinJan Simak geht gelassen mit der Frage nach seiner Vergangenheit um. „Auch in Tschechien wird bei mir immer nur die negative Seite gesehen“, sagt der tschechische Fußballprofi. Er blickt zurück auf eine Zeit bei Hannover 96 und Bayer Leverkusen, in der er an Depressionen und Alkoholsucht litt. 2003 verließ er Hannover über Nacht und tauchte in der Heimat unter. Nun versucht Simak bei Zweitligist FC Carl Zeiss Jena einen Neuanfang in der Bundesrepublik. Heute soll der 28-Jährige bereits beim Testspiel in Most für die Thüringer zum Einsatz kommen.

Simak scheint aus seinen Fehlern gelernt zu haben. „Seit zwei Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr. Ich freue mich sehr, noch eine Chance in Deutschland zu bekommen“, sagt er in perfektem Deutsch. Von seinem neuen Verein weiß der im Mittelfeld und Angriff einsetzbare Akteur nicht viel. „Ich will der Mannschaft beim Kampf um den Klassenerhalt helfen und irgendwann wieder in der Bundesliga spielen“, sagt Simak, der in Jena einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Fraglich ist jedoch, ob er Jena schon beim schwierigen Startprogramm n in Aachen und gegen St. Pauli wirklich helfen kann. „Ich muss erst mal richtig trainieren“, gibt Simak zu. „Zuletzt habe ich nur in der B-Mannschaft von Sparta Prag gespielt, weil ich mit dem Trainer der ersten Mannschaft nicht klar gekommen bin.“ Warum Simak nun ausgerechnet im beschaulichen Jena anheuert, erklärt sein Berater Christoph Leutrum. „Er war vielen deutschen Vereinen, die das sportliche Risiko mit ihm eingehen wollten, einfach zu teuer. Noch vor einem Jahr verlangte Sparta zwei Millionen Euro für ihn.“ Inzwischen seien die Forderungen der Prager drastisch gesunken. Die geforderte Ablöse „liegt deutlich unter 500 000 Euro“, sagt Leutrum.

Für Hannover und Leverkusen absolvierte Simak 28 Spiele in der Bundesliga und 58 in der Zweiten Liga. Simak wird Jena allein durch seine Anwesenheit mehr Aufmerksamkeit bringen. Zudem konnte die Klubführung mit seiner Verpflichtung Trainer Frank Neubarth beruhigen, der wegen ausbleibender Verstärkungen in der Offensive schon mit Rücktritt gedroht hatte.

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