Sport : Zweite Fußball-Bundesliga: Ein Weltmeister für Duisburg

Ein Weltmeister aus dem Jahr 1990 soll den MSV Duisburg zurück in die höchste Klasse des deutschen Fußballs führen. Der Traditionsklub von der Wedau stellte Pierre Littbarski als neuen Cheftrainer für die Zweitliga-Saison 2001/2002 vor. Littbarski jettete am Mittwoch aus seinem USA-Urlaub nach Duisburg und unterschrieb gestern einen bis zum Jahr 2002 befristeten Vertrag. Am 25. Juni wird der einstige Dribbelkünstler des 1. FC Köln sein Amt antreten.

Für den 73-maligen Nationalspieler ist es der erste Cheftrainerposten in Deutschland. Vor eineinhalb Wochen hatte ihn Bayer Leverkusen aus dem Trainerstab um den ebenfalls entlassenen Trainer Berti Vogts gefeuert. Littbarski hatte vor einer Woche mit Bayers Finanzchef Wolfgang Holzhäuser Einigung über die Abfindung erzielt und erklärte: "Wir sind korrekt auseinander gegangen und können uns auch künftig in die Augen schauen."

Der frühere Bundesliga-Profi vom 1. FC Köln wird in Duisburg Nachfolger von Seppo Eichkorn. Der 44-Jährige wurde vom MSV am Mittwoch fristlos beurlaubt, obwohl er erst im Herbst seinen Vertrag in Duisburg bis 2003 verlängert hat. Littbarski, von Februar 1999 bis Januar 2001 Coach beim japanischen Erstligisten Yokohama FC, empfindet es als Glücksfall, dass er nach der Entlassung in Leverkusen sofort einen neuen Job als Cheftrainer gefunden hat. "Ich will mit meiner Philosophie Spaß und Freude bei den Spielern wecken und die Zuschauer mit Offensiv-Fußball ins Stadion locken", erklärte Littbarski. Un weiter: "Ich sehe die Aufgabe nicht als schwierig an, für mich ist sie hochinteressant."

Detlef Pirsig, ehemaliger Abwehrspieler und heute in Duisburg Sportlicher Leiter, freute sich über die Verpflichtung des Vize-Weltmeisters von 1982 und 1986, der zwischen 1978 und 1986 für den 1. FC Köln 406 Bundesligaspiele bestritt und 116 Tore erzielte: "Als Spieler hat Litti erreicht, was zu erreichen war. Heute gehört er zu einer neuen Trainer-Generation, zu der ich auch DFB-Teamchef Rudi Völler und Klaus Augenthaler vom 1. FC Nürnberg zähle. Littbarski wird seinen Weg gehen. Davon bin ich felsenfest überzeugt."

Pirsig besprach mit dem neuen Cheftrainer noch die Planung für die neue Saison, dann flog der gebürtige Berliner zurück in den Urlaub nach Amerika. Für die kommende Spielzeit hatte Pirsig bereits die Zugänge Philipp Bönig und Sebastian Backer (beide Bayern München Amateure), Benjamin Köhler (Hertha BSC), Torwart-Talent Christoph Jacob (Wattenscheid 09) und Rückkehrer Andreas Voss (VfL Wolfsburg) perfekt gemacht.

Die Zugänge waren noch mit Seppo Eichkorn abgesprochen. Doch er musste nach einer verkorksten Rückrunde und Platz elf am Mittwoch seinen Hut nehmen. Ausschlaggebend für die Trennung von Eichkorn war das verlorene Vertrauen des Präsidiums in die Arbeit des Diplom-Sportlehrers, der seit fast sieben Jahre in Duisburg als Assistent und seit dem 25. Oktober 2000 als Chef gearbeitet hatte.

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