Zweite Liga : 1. FC Union degradiert Baris Özbek und Adam Nemec

Trainer Norbert Düwel greift durch: Der Trainer des 1. FC Union schickt die Profis Baris Özbek und Adam Nemec in die U 23.

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Im Abseits. Özbek (l.) und Nemec haben bei Union keine Zukunft mehr. Foto: Imago
Im Abseits. Özbek (l.) und Nemec haben bei Union keine Zukunft mehr. Foto: ImagoFoto: Imago

Am Montag nahmen Baris Özbek, Adam Nemec und Bajram Nebihi ihre Arbeit unverhältnismäßig früh auf. Als ihre Kollegen gegen halb zehn auf dem Vereinsgelände des 1. FC Union eintrafen, waren die drei Fußballer bereits fertig mit dem Training. Nun ist es nicht so, dass das Trio durch besonderen Fleiß glänzen und vor dem Spiel beim Tabellenführer FC Ingolstadt am Sonntag durch eine Extraschicht auf sich aufmerksam machen wollte. Özbek, Nemec und Nebihi mussten schon um 8 Uhr beginnen, weil sie vom Mannschaftstraining der Profis ausgeschlossen waren. Trainer Norbert Düwel hatte die Spieler nach dem 0:1 gegen Greuther Fürth suspendiert.

Der Grund: Alle drei waren von ihm nicht für den Kader nominiert worden und verzichteten anschließend darauf, sich das Spiel im Stadion anzusehen. So jedenfalls der erste Verdacht, der sich bei Nebihi nicht bestätigte. Düwel wertete das Verhalten als Beleg für mangelnden Teamgeist und bootete die Spieler aus. Sie durften am Montagabend auch nicht am Testspiel beim Sechstligisten RSV Waltersdorf teilnehmen, das Union mit 2:0 (2:0) gewann. Düwel hatte die Partie extra anberaumt, um den Reservisten Spielpraxis zu geben.

Einen Test gegen den RSV Waltersdorf gewann Union am Montag mit 2:0

Wenigstens Nebihi, der gegen Waltersdorf eingewechselt wurde, kann nun aber doch noch auf eine Zukunft beim Zweitligisten hoffen. Ab dem heutigen Dienstag darf er wieder mit der Mannschaft trainieren, er konnte laut Verein bezeugen, dass er beim Spiel anwesend war. Gegen ihn wurde auch keine Geldstrafe verhängt.

Anders ist die Situation bei Adam Nemec und Baris Özbek. Beide wurden mit einer Geldstrafe in ungenannter Höhe belegt, „aufgrund eines groben Verstoßes gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten“, wie der 1. FC Union mitteilte. Außerdem müssen sie ab sofort bei der U 23 trainieren. Ob sie im Regionalliga-Team eingesetzt werden, entscheidet U-23–Trainer Robert Jaspert. Dass beide noch einmal zu den Profis zurückkehren, ist unrealistisch. Für sie dürfte die Zeit beim 1. FC Union spätestens zur Winterpause zu Ende gehen. Eine Trennung scheint unvermeidlich, obwohl beide noch einen Vertrag bis 2016 besitzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Özbek und Nemec angezählt werden. Der ehemalige Trainer Uwe Neuhaus hatte die zwei schon gegen Ende der vergangenen Saison ausgemustert, beide erhielten von Nachfolger Düwel aber eine neue Chance.

Zunächst schien Düwels Plan aufzugehen. Vor allem Özbek hatte es dem neuen Trainer angetan. Ihn wollte er als Nachfolger für den langjährigen Spielgestalter Torsten Mattuschka aufbauen, doch Özbek, einst für Galatasaray Istanbul aktiv, war der Aufgabe nicht gewachsen. Im Laufe der Saison verschwand er zuerst aus der Startformation, dann gänzlich aus dem Kader. Dazu kam auch Pech. Bevor die Mannschaft vor dem so wichtigen Spiel gegen Sandhausen ins Kurztrainingslager nach Kienbaum aufbrach, erkrankte Özbek. Er konnte zunächst nicht mitfahren, genau wie Adam Nemec. Der weilte während der Länderspielpause bei der slowakischen Nationalmannschaft und traf wie Özbek verspätet in Kienbaum ein. Weil Union gegen Sandhausen und eine Woche später gegen Aalen gewinnen konnte, sah Düwel keine Veranlassung, etwas an der Kaderstruktur zu verändern. Von Özbek und Nemec erwartete der Trainer trotzdem eine Reaktion. Allerdings eine andere, als die beiden sie nun gezeigt haben.

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