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Zweite Liga : Doppelpack von Kreilach: Union Berlin dreht das Spiel in Aue

Der 1. FC Union hat nach der bitteren Heimpleite gegen 1860 München eine gute Reaktion gezeigt und beim FC Erzgebirge Aue mit 2:1 gewonnen - obwohl die Mannschaft von Trainer Düwel zunächst zurück lag.

Matthias Koch
Unions Damir Kreilach (r.) jubelt mit Christopher Quiring über seinen Treffer zum 2:1.
Unions Damir Kreilach (r.) jubelt mit Christopher Quiring über seinen Treffer zum 2:1.Foto: dpa

Norbert Düwel hatte keine sonderlich hohen Erwartungen an dieses Spiel und seine Mannschaft gestellt. Vor der Fahrt des 1. FC Union zum Auswärtsspiel nach Aue umfasste die Liste der Forderungen im Grunde nur einen wesentlichen Punkt: Kampfbereitschaft. Nach dem Abpfiff, den Trainer Düwel mit einem Freudensprung in die Luft beging, waren bei den Köpenickern aber alle glücklich. Mann des Abends war der eingewechselte Damir Kreilach, der den 0:1-Rückstand mit zwei späten Treffern in einen Sieg umwandeln konnte. Durch den 2:1 (0:0)-Erfolg vergrößerte Union die Distanz auf den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.

Düwel sah seine Forderungen im Anschluss an das Spiel auch zufriedenstellend umgesetzt. „Das war Abstiegskampf. Die Mannschaft hat diesen Abstiegskampf sehr gut angenommen und von Anfang an gezeigt, um was es hier geht“, sagte der Unioner Trainer. „Wir haben uns in keiner Phase aufgegeben, am Ende ein wenig glücklich gewonnen. Aber nicht unverdient nehmen wir die drei Punkte mit nach Berlin.“

Schlagartig rückte bei Union vieles in den Hintergrund, was den Spielverlauf zunächst nicht so toll für die Berliner aussehen ließ. Die Fans aus der Hauptstadt hatten den Anpfiff mit einer Pyro-Einlage um über vier Minuten verzögert. Im ersten Durchgang ließ Union zudem einige Gelegenheiten aus, die klarsten von Sebastian Polter nach zwölf Minuten und Björn Jopek kurz vor dem Pausenpfiff. So kam es, wie es kommen musste. Vor 9100 Zuschauern ging Aue mit 1:0 in Führung. Stipe Vucur köpfte nach einer knappen Stunden einen Freistoß zum 1:0 ins Tor, wobei der Berliner Hintermannschaft bei dieser Standardsituation mal wieder sehr indisponiert wirkte.

Kreilach erst auf der Bank - und dann als Matchwinner

Gegenüber der 1:4-Heimniederlage gegen 1860 München hatte Düwel die Startelf auf zwei Positionen verändert. In der Verteidigung musste Fabian Schönheim weichen. Für ihn rückte Roberto Puncec in die Innenabwehr. Im Mittelfeld lief Jopek anstelle von Spielführer Kreilach auf. Vizekapitän Christopher Trimmel, der gegen München wie Schönheim an mehreren Gegentreffern beteiligt war, bekam dagegen erneut eine Bewährungschance.

Nach 70 Minuten schickte Düwel Kreilach für den gelb-rot-gefährdeten Benjamin Köhler aufs Feld. Niemand ahnte wohl in diesem Moment, dass mit Kreilach die siegbringenden Aktionen eingewechselt wurden. Nach einem Eckball von Maximilian Thiel und einer Kopfballverlängerung von Polter drückte Kreilach die Kugel erst zum Ausgleich ins Netz.

Kurz vor dem Abpfiff vollendete der Kroate eine Kombination über Jopek und Polter dann zum 2:1. Im Jubelrausch rannte Kreilach in die Kurve der Fans. Dort sprang er auf den Zaun, ehe er von seinen herbeigeeilten Mitspielern fast erdrückt wurde. Die Gelbe Karte, die er für das Besteigen des Zauns kassierte, war ihm am Ende herzlich egal. „Dass ich erst auf der Bank gesessen habe, war eine Entscheidung des Trainers. Das muss jeder respektieren“, sagte Kreilach: „Ein bisschen sauer war ich aber schon, ich habe es in positive Energie umgesetzt.“

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