Zweite Liga : Spitzenspiel endet Unentschieden

Karlsruhe spielt 1:1 in Köln. Nach einem umkämpften Match ein glücklicher Punktgewinn. Für Kölns Keeper Wessels gibt es Lob und Kritik von FC-Coach Latour. Die Chance auf die Tabellenführung ist aber verpasst.

Köln - Der Karlsruher SC hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga an den FC Hansa Rostock verloren. In der abschließenden Partie des Spieltags mussten sich die Badener beim 1. FC Köln mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Vor rund 40.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion brachte Edmond Kapllani die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit überraschend in Führung (77.). Nur sechs Minuten später traf Pekka Lagerblom zum Ausgleich. Damit hat Rostock mit 17 Punkten erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen. Auf den weiteren Aufstiegsplätzen folgen Karlsruhe (15 Punkte) und die "Geißböcke" (13).

In der stürmischen Anfangsphase bemühten sich die Gastgeber vergeblich um eine schnelle Führung. In der zu diesem Zeitpunkt einseitigen Partie vergab Adil Chihi die größte Chance, als er nur das Außennetz traf (13.). Vom KSC war in der ersten Viertelstunde wenig zu sehen. Die Badener beschränkten sich vollständig auf die Defensive und verteidigten mit dem starken Schlussmann Markus Miller im Rücken das 0:0. "Wir haben in der Vorwärtsbewegung permanent Fehler gemacht", kritisierte KSC-Coach Edmund Becker die zu diesem Zeitpunkt mangelhafte Entlastung aufgrund zahlreicher Ballverluste.

Scherz sorgt für neuen Schwung

Als der Anfangsdruck der Kölner nachließ, konnten die Karlsruher die Partie ausgeglichen gestalten. Die einzige nennenswerte KSC-Chance, die zugleich die beste und letzte Möglichkeit des ersten Durchgangs war, vereitelte Kölns Schlussmann Stefan Wessels gegen Bradley Carnell (34.). "Es war eine hochkarätige Chance, da hat uns Wessels im Spiel gehalten", lobte FC-Coach Hanspeter Latour seinen Schlussmann.

Nach verhaltenem Beginn in der zweiten Hälfte ergriffen die Hausherren wieder die Initiative. Für neuen Schwung sorgte vor allem Matthias Scherz, der nach exakt einer Stunde für den schwachen Milivoje Novakovic in die Partie kam. Nur eine Minute später hatten Scherz und Bernt Haas eine Doppelchance zur Führung, doch beide Male rettete Giovanni Federico auf der Linie. "Er ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gestanden", umschrieb Becker die Szene nüchtern und hielt sich mit Lob für Federico merklich zurück. In der 73. Minute war es erneut Scherz, doch dieses Mal war wieder Miller zur Stelle.

Wessels bei 0:1 nicht schuldlos

Völlig überraschend fiel dann die Gästeführung. Federico schickte Kapllani mit einem langen Ball, und der überwand Wessels mit einem Schuss in den Dreiangel (77.). Nach dem Lob für Wessels Rettungstat im ersten Durchgang, hatte Latour nun etwas Kritik für den 27-Jährigen Schlussmann parat. "Ich bin der Meinung, dass der Torhüter da aus dem Tor hinaus und zum Ball hin muss", sagte der 59-Jährige. Zu sehr wollte er Wessels aber nicht an den Pranger stellen. Er habe das Team einmal im Spiel gehalten und "da trifft ihn vielleicht eine Teilschuld".

Köln antwortete mit wütenden Angriffen. Zunächst scheiterte noch Alpay mit einem Kopfball an Miller, dann machte es Lagerblom besser. Mit einer Direktabnahme aus über 20 Metern gelang es dem Finnen, Miller endlich zu überwinden (83.). "Da habe ich gut getroffen, ganz in die Ecke rein", freute sich der defensive Mittelfeldspieler über das seltene Erfolgserlebnis. Die "Geißböcke" wollten nun den Sieg. Doch Scherz vergab die letzten beiden Chancen. Zunächst verfehlte der 34-Jährige knapp das Tor (89.), dann fand er erneut in Miller seinen Meister (90.).

Glücklicher Punktgewinn für Karlsruhe

In einer temporeichen Partie hatten die Kölner ein klares Chancenplus, machten aus ihren zahlreichen Möglichkeiten aber zu wenig. Der KSC kam letztendlich zu einem glücklichen Punktgewinn. Bei der Bewertung der Partie waren beide Trainer dennoch unterschiedlicher Meinung. "Wir können besser spielen", sagte Becker. Wenn man in Köln in Führung gehe, wolle man auch gewinnen, merkte der KSC-Coach an, schränkte aber auch ein: "Sie haben einige Chancen gehabt und dann verdient den Ausgleich erzielt."

Latour lobte den KSC dagegen als "gewachsene Mannschaft", die nicht viele Fehler mache. "Meine Mannschaft hat viel investiert", war der Schweizer trotz der ersten Punktverluste im eigenen Stadion letztendlich mit dem Remis zufrieden. (tso/ddp)

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