Zweite Liga : Union Berlin und die Fünftagewoche

Unions Fußballer spielen am Freitag beim SC Paderborn auch um freie Zeit – die Klub-Verantwortlichen suchen einen neuen Trainer.

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Michael Parensen und seine Teamkollegen bekommen bei Union für jedes erfolgreiche Spiel zwei freie Tage.
Michael Parensen und seine Teamkollegen bekommen bei Union für jedes erfolgreiche Spiel zwei freie Tage.Foto: dpa

Um seinen Fußballern sechs Spiele vor dem Saisonende einen Anreiz zu bieten, hat sich André Hofschneider etwas einfallen lassen. Für jedes Spiel, das der 1. FC Union Berlin erfolgreich bestreitet, bekommen die Profis zwei Tage frei. Da trifft es sich ganz gut, dass die Berliner schon wieder an einem Freitag spielen, in diesem Fall beim SC Paderborn (18.30 Uhr/live bei Sky). Einem Gegner, der laut Hofschneider „mit dem Rücken zur Wand steht, individuell aber hervorragend besetzt ist“.

Die Aussicht auf ein freies Wochenende hat schon vergangene Woche beim FC St. Pauli Wirkung gezeigt. Union bot erst eines der besten Auswärtsspiele der Saison, dann verabschiedeten sich alle bis zum Montag voneinander. Ein Hoch auf die Fünftagewoche.

Während es die Spieler etwas ruhiger angehen lassen, wird hinter den Kulissen an der Mannschaft für die neue Saison gearbeitet. Erst kürzlich wurden die Verträge mit Michael Parensen und Benjamin Köhler verlängert, beides Spieler mit der Erfahrung von zusammen über 500 Profieinsätzen.

Anders als in der jüngeren Vergangenheit will Union seinen Kader nicht mehr ausschließlich an den Vorstellungen eines Trainers ausrichten, sondern laut Sportdirektor Lutz Munak personenunabhängig eine eigene Philosophie verfolgen. Wie problematisch ansonsten eine Veränderung auf der Trainerposition verlaufen kann, zeigte sich beim Wechsel von Norbert Düwel zu Sascha Lewandowski. Letzterer konnte sein bevorzugtes System lange nicht spielen, weil ihm schlicht die passenden Fußballer dafür fehlten. Der Kader war komplett an Düwels Vorstellungen angepasst.

Ein Umbruch im Kader ist nicht zu erwarten

Die Verlängerungen mit Parensen und Köhler sind nun Teil des neuen Kurses. Der neue Trainer wird mit ihnen und dem großen Rest der Mannschaft arbeiten müssen. Ein gewaltiger Umbruch wie in den Jahren zuvor ist nicht zu erwarten. Alle Spieler besitzen Verträge für die kommende Spielzeit, abgesehen von Emanuel Pogatetz und den Reservisten Daniel Haas und Adrian Nikci. Letztere werden Union wohl verlassen. Im Fall von Pogatetz steht eine Entscheidung noch aus.

Wollen die Berliner künftig um den Aufstieg mitspielen, wird es darauf ankommen, ob Manager Helmut Schulte alle Leistungsträger halten kann. An Toni Leistner, Damir Kreilach und Bobby Wood soll nach einer starken Saison des Trios Interesse seitens einiger Bundesligisten bestehen.

Bisher hat der Berliner Zweitligist noch keinen neuen Trainer präsentiert und wird es wohl auch nicht vor dem Ende der Saison Mitte Mai. Solange darf Hofschneider weitermachen. Sehr zur Freude der Spieler. Die würden die Fünftagewoche gern beibehalten.

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