Zweite Liga : Union gegen Duisburg ohne Glück

Der 1. FC Union hat im Zweitliga-Spiel gegen einen starken MSV Duisburg das Tor nicht getroffen. Nach dem 0:1 rutscht der Klub auf den zehnten Platz ab.

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Union
Hartes Duell. Dominik Peitz (r) kämpft mit Adam Bodzek um den Ball.Foto: dpa

Stolze 1,90 Meter sollte es groß sein, das neue Selbstbewusstsein des 1. FC Union. Es trug den Namen Daniel Schulz. Mit einem aufmunternden Klatschen und einem willenstarkem Blick führte der hoch aufgeschossene Verteidiger seine Mannschaft ins Stadion An der Alten Försterei. Schulz lief gegen den MSV Duisburg nicht nur erstmals in dieser Saison von Beginn an für seinen Fußballklub auf, er wurde auch gleichzeitig mit dem Kapitänsamt betraut. „Ich war nervös“, sagte er. „Aber ich wollte alles geben, was ich kann.“ Seine engagierte Herangehensweise half an diesem Sonntag jedoch nichts: Durch die 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Duisburg rutschte Union in der Zweiten Liga auf den zehnten Tabellenplatz ab.

Der Köpenicker Trainer Uwe Neuhaus attestierte Schulz, der in dieser Saison bislang lediglich dreimal eingewechselt worden war und nun von Daniel Göhlerts Sperre profitierte, „ein gute Leistung“ und sah insgesamt „ein rassiges Spiel“. Vor allem zwischen der 20. und 30. Minute überboten sich beide Mannschaften im Drang nach vorne - und im Chancenvergeben. Den Anfang machte Duisburgs Christian Tiffert, als er aus spitzem Winkel am Berliner Torwart Jan Glinker scheiterte. Danach mimte John Jairo Mosquera aufseiten der Gastgeber den Pechvogel: Ganz allein lief er aufs Tor zu, konnte aber nicht verwandeln – es war die beste Möglichkeit für Union. Schließlich parierte Glinker noch einen Schuss von Tiffert und hielt den anschließenden Versuch von Srdjan Baljak fest. Und der wuselige Mosquera? Er verfehlte noch einmal mit einem Heber das Tor.

Etwas weniger auffällig als Mosquera verhielt sich Patrick Ittrich an diesem Nachmittag, was allerdings nichts Schlechtes bedeutete: Der junge Mann war der Schiedsrichter des Spiels. Ursprünglich war Michael Kempter für die Leitung der Partie vorgesehen, doch nach der Aufdeckung weiterer Details in der Affäre um Manfred Amerell, dem Kempter sexuelle Belästigung vorgeworfen hat, war er dann wieder gestrichen worden. Sein 31 Jahre alter Vertreter aus Hamburg wurde von den Berliner Fans unter den 13.357 Zuschauern wegen strittiger Szenen mächtig ausgepfiffen und am Ende sogar mit Begleitschutz vom Feld geführt. Er blieb aber souverän.

Das erste Tor durfte sich der Referee dann in 55. Minute notieren: Björn Schlicke traf nach einem Freistoß von Ivica Grlic zum 1:0 für Duisburg – und weckte damit auch den Offensivgeist beim Gegner. Nur das Glück wollte sich bei Union nicht dazu gesellen. Mosquera vergab eine weitere Chance per Kopf, dann verfehlte der eingewechselte Karim Benyamina zweimal. „Bis auf die Chancenverwertung kann ich meinem Team keinen Vorwurf machen“, sagte Neuhaus. Oft genug ging es jetzt im Duisburger Strafraum turbulent zu. Sieger blieb jedoch immer Gäste-Torwart Tom Starke – und damit letztlich auch seine Mannschaft.

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