Zweite Liga : Unions Team erhält Konturen

Publikumsliebling Mattuschka überzeugte erneut und steht hoch im Kurs. Karim Benyamina, der stets bemühte, aber zurzeit glücklose Angreifer bangt um seinen Platz im Team.

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Unions Team für die kommende Zweitliga-Saison: Hintere Reihe (v.l.): Göhlert, Savran, Trapp, Malinowski, Brunnemann, Menz, Mattuschka, Rauw, Sahin, Parensen, Polenz, Benyamina. Mittlere Reihe (v.l.): Beeck (Teammanager), Neuhaus (Cheftrainer), Hofschneider (Co-Trainer), Bahra (Torwart-Trainer), Peitz, Madouni, Stuff, Mosquera, Uaferro, Younga-Mouhani, Schneeweiß (Betreuer), Placzek (Physiotheraperut), Stenz (Videoanalyst), Haase (Mannschaftsarzt), Henschke (techn. Mitarbeiterin). Vordere Reihe (v.l.): Keller (Konditionstrainer), Kohlmann, Ede, Kolk, Hötticke, Glinker, Haker, Thomik, Quiring, Skrzybski, Riedel (Masseur).Weitere Bilder anzeigen
Foto: Mike Wolff
15.07.2010 21:06Unions Team für die kommende Zweitliga-Saison: Hintere Reihe (v.l.): Göhlert, Savran, Trapp, Malinowski, Brunnemann, Menz,...

Karim Benyamina wirkte betrübt. Nachdenklich lehnte der 28-Jährige an seinem Auto und sprach mit Torsten Mattuschka. Das Vorbereitungsspiel gegen Deportivo La Coruña (3:3) war zu diesem Zeitpunkt schon lange beendet und viele Spieler bereits auf dem Heimweg. Doch Benyamina hatte anscheinend noch Gesprächsbedarf und so standen sie noch eine ganze Weile und redeten. Dabei repräsentierten die beiden Fußballer des 1. FC Union zwei völlig unterschiedliche Gefühlswelten. Hier Publikumsliebling Mattuschka, der erneut überzeugte und sogar ein Tor schoss, und dort Karim Benyamina, der stets bemühte, aber zurzeit glücklose Angreifer.

Nun ist es sicher noch zu früh, um nach zwei Wochen und drei Testspielen bereits von Gewinnern und Verlierern der Vorbereitung zu sprechen, erste Tendenzen zeichnen sich jedoch ab. Vor allem was das Mittelfeld angeht, dürfte der Vergleich mit La Coruña einige interessante Erkenntnisse für Unions Trainer Uwe Neuhaus geliefert haben. Neuhaus setzte gegen den spanischen Erstligisten auf ein kompaktes Fünfermittelfeld mit zwei Spielern vor der Abwehr und einer offensiven Dreierreihe davor. Oder einfacher gesagt: Uwe Neuhaus vertraute auf das international schon länger gängige 4-2-3-1-System, welches auch Bundestrainer Joachim Löw bei der Fußball-Weltmeisterschaft favorisierte.

In Südafrika hatte die deutsche Mannschaft damit Erfolg, weil sie in Mesut Özil über einen äußerst kreativen Spielgestalter verfügte. Bei Union konnte Torsten Mattuschka diese Rolle anfänglich nicht ausfüllen. Erst als der Niederländer Santi Kolk in der zweiten Halbzeit diese Position besetzte und Mattuschka etwas defensiver agierte, funktionierte das Zusammenspiel beim Berliner Zweitligisten besser. „Man hat gesehen, dass sich Torsten in der ganz offensiven Rolle doch nicht so wohl fühlt“, sagte Uwe Neuhaus. So könnte Mattuschka zur kommenden Saison als einer von zwei defensiven Mittelfeldspielern bei Union auflaufen. Doch auch dort ist die Konkurrenz mit Christoph Menz, Macchambes Younga-Mouhani und Dominic Peitz derzeit groß.

Younga-Mouhani führte die Mannschaft am Sonntag als Kapitän aufs Feld und spielte gewohnt souverän. Peitz, ebenfalls ein Anwärter auf das Kapitänsamt, blieb dagegen die gesamten 90 Minuten auf der Bank. Er wird dafür wohl am Mittwoch im Testspiel gegen Wolfsburg II über die volle Distanz spielen. Neben Mattuschka, Younga-Mouhani und Kolk konnten auch die anderen beiden Mittelfeldspieler Björn Brunnemann und Christopher Quiring überzeugen. Sollte Neuhaus weiterhin dabei bleiben, nur mit einer nominellen Spitze zu beginnen, hat der aus Dresden gekommene Halil Savran wohl die besten Aussichten aller Bewerber. Mit seiner einsatzfreudigen und körperbetonten Spielweise konnte er zuletzt überzeugen und sich einen kleinen Vorsprung gegenüber dem technisch stärkeren Karim Benyamina und dem noch verletzten John Jairo Mosquera erarbeiten.

Allerdings sind es noch vier Wochen bis zum Saisonauftakt bei Alemannia Aachen. Genügend Zeit also, sich mit guten Leistungen wieder in den Vordergrund zu spielen – auch für Karim Benyamina.

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