Zweite Liga : Viele Hochs und ein Tief beim 1. FC Union

Sportlich könnte es für Union kaum besser laufen, die Mannschaft liegt auf einem Aufstiegsplatz und hat die beste Defensive alle Zweitligisten. Finanziell aber hapert es aber noch.

Matthias Koch

Berlin - Selbst die peinliche 1:2-Testspiel-Niederlage am Sonntag beim Oberligisten Ludwigsfelder FC beeindruckte Uwe Neuhaus kaum. Gestern ließ der Trainer des 1. FC Union seine Mannschaft planmäßig bei Tennis und Fußball-Tennis regenerieren. Der Aufstiegsplatz nach vier Spieltagen in der Zweiten Liga sorgt für Selbstvertrauen. Mit lediglich einem Gegentor stellt Union die beste Defensive aller Zweitligisten. „Mit zehn von zwölf Punkten können wir sehr gut leben“, sagt Neuhaus.

Das sportliche Hoch bei den Köpenickern hat im Prinzip die eingespielte Aufstiegself verursacht. „Wer souverän Drittligameister wird, kann auch in der Zweiten Liga mitspielen“, sagt Präsident Dirk Zingler. Die ausgefeilte 4-4-2-Taktik mit Raute macht es den Gegnern schwer, Tore gegen Union zu erzielen. Der Zusammenhalt im Team ist riesig. Selbst die Akteure der zweiten Reihe machen keinen Stunk. Von den vier Neuverpflichtungen schaffte lediglich Angreifer John Jairo Mosquera den Sprung in die Startelf. In der Mannschaft ist viel beim Alten, in anderen Bereichen wurde dagegen stark aufgerüstet. Trainer Neuhaus hat sich das professionellste Umfeld der Union-Geschichte geschaffen. Neben Assistenzcoach André Hofschneider und Torwarttrainer Holger Bahra stehen ihm nun noch Athletiktrainer und Ernährungsberater Johann Stromann sowie Videoanalyst Daniel Stenz zur Seite.

Die Punktgewinne gegen die ambitionierten Profiteams aus Rostock (1:0) und Augsburg (1:1) sowie das nach seiner Modernisierung noch kultiger und lauter gewordene Stadion An der Alten Försterei machen Unions Potenzial deutlich. Sportdirektor Christian Beeck sagt: „Wir sind wettbewerbsfähig. Wir können als Mannschaft im Zweitliga-Bereich bestehen.“ Läuft also alles bestens bei Union?

Nicht ganz, denn es gibt ja noch die Finanzen – seit jeher eine Schwachstelle des Klubs. Der Rekordetat der Vereinsgeschichte in Höhe von 12,2 Millionen Euro wackelt, nachdem Union den zwielichtigen Hauptsponsor ISP nach der Stasi-Enthüllung um den Aufsichtsratschef Jürgen Czilinsky gekündigt hat. Wann die Berliner einen neuen Gönner präsentieren werden, blieb bis gestern noch unklar. Momentan scheinen sie damit beschäftigt, den alten überhaupt loszuwerden. Es werde über die Auflösung des Vertrages verhandelt, erklären beide Parteien schon seit Tagen. Zwar hat der Ruf von Präsident Zingler wegen des Vertragsabschlusses mit ISP sicherlich gelitten, trotzdem scheint Union zumindest sportlich in der Zweiten Liga angekommen zu sein.

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