Zweite Liga : Vier Punkte Abzug für Bielefeld

UPDATE Für Arminia Bielefeld ist die angestrebte Bundesliga-Rückkehr in weite Ferne gerückt. Verstöße gegen die Lizenzbedingungen brachten dem in Finanznot geratenen Zweitligisten einen Abzug von vier Punkten und eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro ein.

Finanziell in Not, sportlich auf Abwegen - Arminia Bielefeld geht schweren Zeiten entgegen. Nach der Strafe der Deutschen Fußball Liga (DFL), die den Klub „aufgrund von Verstößen gegen Bestimmungen der Lizenzierungsordnung“ mit einem Abzug von vier Punkten und einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegte, ist die angestrebte Bundesliga-Rückkehr in weite Ferne gerückt. Noch ist nicht sicher, ob der Klub überhaupt die Lizenz für die kommende Saison erhält: „Es bestehen Restzweifel, ob uns das gelingt“, räumte Finanz-Geschäftsführer Heinz Anders am Dienstag ein.

Das konsequente Vorgehen der DFL wirft den in Finanznot geratenen Absteiger nicht nur im aktuellen Kampf um die Aufstiegsplätze, sondern möglicherweise um Jahre zurück. Alle Hoffnungen der Vereinspitze auf künftige Mehrerlöse in der Bundesliga erwiesen sich als Wunschdenken. Mit dem Punktabzug zum Saisonende beträgt der Abstand zum Relegationsplatz bereits zehn Zähler.

Doch ohne den Wiederaufstieg muss der Etat deutlich gesenkt werden. Verkäufe von Stars wie Giovanni Federico und Dennis Eilhoff erscheinen angesichts eines Gesamtschuldenstandes in Höhe von 15,5 Millionen Euro unvermeidbar. „Die DFL hat uns einen Neuanfang nahelegt“, sagte Rechtsanwalt Christoph Schickardt, der Bielefeld in den Gesprächen mit der DFL juristisch vertreten hatte. Gleichwohl geht der Jurist von einem Verbleib Bielefelds in der 2. Liga aus: „Die Arminia ist mit einem blauen Auge davongekommen. Ich bin zuversichtlich, dass sie die Lizenz bekommt.“

Turbulente Verhältnisse in Bielefeld

Es komplettiert das Bild von turbulenten Verhältnissen, dass der Klub auch noch einen neuen Trainer suchen muss. Im Verlauf der Woche soll der Nachfolger von Thomas Gerstner gefunden werden, von dem sich die Arminia am vorigen Mittwoch getrennt hatte. Von einem Job mit Perspektive kann für den neuen Coach allerdings nur bedingt die Rede sein. Denn der ambitionierte Zweitligist hat sich bei der Modernisierung des Stadions und der Zusammenstellung des Kaders schwer verhoben und im Februar eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die laufende Spielzeit eingeräumt. Deshalb war er von der DFL zu einer Nachbesserung bis zum 5. März aufgefordert worden. Wie der Klub am Dienstag mitteilte, beläuft sich die aktuelle Unterdeckung sogar auf 4,2 Millionen Euro.

Vor allem die nicht eingeplanten Mehrkosten in Höhe von sechs Millionen Euro für den Umbau der Ost-Tribüne machen schwer zu schaffen. Zudem verlief die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen und den Sponsorzuwendungen nicht wunschgemäß. Liquiditätsprobleme waren die Folge: Wiederholt mussten Gläubiger vertröstet werden. Zudem sollen Gehälter für Spieler und Angestellte verspätet ausgezahlt worden sein.

Zwar bestätigte die DFL der Arminia die fristgerechte Auflagenerfüllung im Hinblick auf die zuvor festgestellte Finanzlücke, ahndete aber einen Verstoß gegen die Lizenzierungsordnung im Nachlizenzierungsverfahren der Saison 2009/10. Zuletzt war der Bielefelder Ligakonkurrent TuS Koblenz in
der Saison 2007/2008 mit einem Abzug von sechs Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von 200 000 Euro belegt worden. (dpa)

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