Sport : Zweite Reihe der Füchse zu schwach

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Berlin - Im blau-weißen Hertha-Trikot posierte Bob Hanning in der Kieler Arena. „Solidarität mit dem in die Abstiegsklemme geratenen Fußball-Bundesligisten beweisen“, nennt das der Füchse-Geschäftsführer und sagt: „In der Sportstadt Berlin brauchen wir uns gegenseitig, nur gemeinsam sind wir stark.“ Seine Handballer stehen freilich als Tabellenneunter der Bundesliga derzeit vor keinen größeren Problemen. Daran ändert auch das 26:35 (10:20) beim THW nichts. „Wäre ich nicht bei den Füchsen, hätte ich in der ersten Halbzeit für Kiel applaudiert. Das war ganz großes Kino“, sagt Hanning über den Auftritt des Meisters gegen sein ohne fünf Stammspieler angetretenes Team. Zwar lagen die Berliner in der 52. Minute nur 25:27 zurück, aber der THW konnte problemlos wieder zulegen.

Probleme bekamen die Füchse, weil Spieler der sonstigen zweiten Reihe plötzlich alleine in der Pflicht standen. So ließ der völlig emotionslose Isländer Runar Karason im rechten Rückraum die Chance ungenutzt, sich für längere Einsätze zu empfehlen. Von seinem „ängstlichen Parallelgespiele“ ist Hanning ebenso enttäuscht wie von der Entwicklung von Sebastian Schneider auf der linken Halbposition. „Vielleicht hat er gerade einmal fünf Minuten gespielt, aber er drängt sich derzeit auch nicht auf“, sagt Hanning.

Trainer Dagur Sigurdsson ist zuversichtlich, dass bis zum nächsten Spiel am 9. Mai gegen Balingen bis auf Abwehrchef Stian Vatne alle Spieler wieder fit sind. Das heißt aber auch, Rico Göde wird, wie schon in Kiel, längere Einsatzzeiten bekommen. Beim THW absolvierte der zum Saisonende nicht freiwillig scheidende Sachse im Angriff ein gutes Spiel. Sechs Spiele bleiben ihm noch, in denen er sich auch in der Deckung beweisen kann. Da ist er besser dran als Herthas Fußballer, mit denen Hanning morgen gegen Schalke sogar im Olympiastadion mitfiebert.Hartmut Moheit

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