Sport : Zweiter Saisonstart

Das Spiel gegen Wolfsburg soll Hertha BSC heute Aufschluss über die eigene Stärke geben

Mathias Klappenbach,Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Gilberto kratzt sich am Kopf, er kneift die Augen zusammen. „Es ist nicht einfach zu sagen, wie gut wir sind“, sagt der Mittelfeldspieler von Hertha BSC. „Erst das Spiel am Sonntag könnte Aufschluss darüber geben.“ Der 29-Jährige spielt heute im Olympiastadion mit seiner Mannschaft gegen den VfL Wolfsburg. Gilberto ist nicht der Einzige, der es schwierig findet, die Berliner vor dem Spiel einzuschätzen. „Eigentlich geht es jetzt erst so richtig los“, sagt Herthas Manager Dieter Hoeneß.

Bis zu diesem Spieltag wurde die Bundesligasaison bereits zwei Mal unterbrochen, durch die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft und durch die erste Runde des DFB-Pokals. „Die Länderspielpause war gut für mich, aber schlecht für die Mannschaft“, sagt Gilberto. Der Brasilianer konnte seinen Muskelfaserriss, den er sich vor vier Wochen im Spiel gegen Eintracht Frankfurt zugezogen hatte, richtig auskurieren. Sein Team konnte sich dafür lange nicht für die äußerst schwache Leistung im Spiel gegen Bayern München (0:3) rehabilitieren.

Gilberto ist neben Malik Fathi der zweite Stammspieler aus der vergangenen Saison, der gegen Wolfsburg ins Team zurückkehren wird. Fathi steckte zu Beginn der Spielzeit in einer Formkrise. Außer dem wegen einer Innenbanddehnung fehlenden Yildiray Bastürk und Zugang Marko Pantelic wird wahrscheinlich die gleiche Mannschaft spielen, die in der vergangenen Saison auf dem Platz stand. Und trotzdem ist ihre Stärke vor der heutigen Begegnung noch schwer einzuschätzen. Denn in den ersten drei Bundesligaspielen und im Pokalspiel gegen den Regionalligisten TuS Koblenz spielte Hertha nicht konstant, die Begegnungen ließen kaum Rückschlüsse auf das tatsächliche Leistungsvermögen Herthas zu. Einem unglücklichen Unentschieden gegen Hannover folgten glückliche Siege gegen Frankfurt und Koblenz. Gegen die in dieser Saison bislang überragenden Bayern waren die Berliner chancenlos und in allen Bereichen unterlegen.

Mit Wolfsburg spielen die Berliner erstmals gegen einen Gegner, der die gleichen Ambitionen hat. Beide Mannschaften wollen sich für den Uefa-Cup qualifizieren, Wolfsburg hat bislang fünf Punkte geholt, die Berliner vier. Es wird zudem das erste von sieben Spielen für Hertha innerhalb von drei Wochen in Liga und Uefa-Pokal sein. „Danach wissen wir ganz genau, wo wir sind“, sagt Gilberto. Vieles wird von Marcelinho abhängen, dem überragenden Spieler der vergangenen Saison. Bislang war der Brasilianer weit entfernt von seiner Normalform.

Für die Entlastung des offensiven Mittelfeldspielers, der im vergangenen Jahr die meisten Tore (18) für Hertha erzielte, könnte Marko Pantelic sorgen. Nicht nur durch seine eigene Torgefährlichkeit, auch indirekt wird er möglicherweise eine Entlastung für Marcelinho sein. Denn wenn sich Pantelic und Nando Rafael im Sturm gut ergänzen, dann kann Trainer Falko Götz auch in Zukunft mit zwei Angreifern spielen lassen. Gegen Wolfsburg wird Götz durch den Ausfall des Mittelfeldspielers Bastürk dazu gezwungen sein. Im vergangenen Jahr war das nicht möglich, weil die Angreifer Artur Wichniarek und Nando Rafael vorn nicht gut zusammenspielten.

„Ich glaube, dass Marko und ich gut im Sturm harmonieren werden“, sagt Nando Rafael. Wenn nicht, dann wird Götz wieder mit einer Sturmspitze spielen lassen – mit Marko Pantelic.

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